Region. Die Natur in der Region ist reichhaltig und voller Leben. In zahlreichen Naherholungsgebieten findet man idyllische Orte zum Entspannen, zum Wandern und um die Seele baumeln zu lassen. Doch unter den unzähligen Tierarten, die zwischen Harz und Heide heimisch sind, gibt es auch eine Art, die den Frieden an einem schönen Sommertag empfindlich stören kann – das Wildschwein. regionalHeute.de erklärt, wie man sich richtig verhält, wenn plötzlich Schwarzwild vor einem steht.
Wildschweine breiten sich immer weiter aus – sie kommen mittlerweile in 78 Prozent der niedersächsischen Jagdreviere vor. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig und zudem Allesfresser. In der heutigen Kulturlandschaft finden sie ein reichhaltiges Nahrungsangebot und natürliche Feinde kommen ihnen kaum in die Quere, denn bei Angriffen wehren sie sich erbittert. Zwar wurden in den vergangenen zehn Jahren laut NABU deutschlandweit mehr als 6,3 Millionen Stück Schwarzwild geschossen, doch ihre explosionsartige Vermehrung kann das nicht stoppen.
Video sorgte für Schlagzeilen
So ist es nicht verwunderlich, dass auch Begegnungen zwischen Mensch und Wildschwein immer häufiger werden. Die Tiere wühlen sich durch Vorgärten, plündern Mülltonnen und fressen sich durch Raps- und Maisfelder. Besonders schlagzeilenträchtig war ein Fall aus dem Jahr 2020: Damals hatte ein Wildschwein am Teufelssee in Berlin die Tasche eines Badegastes gestohlen. Das Video des nackten Mannes, der dem Tier verzweifelt hinterrannte, verbreitete sich rasant in den sozialen Medien.
Wildschwein tötete Hund
In unserer Region sorgte besonders die Stadt Braunlage für Aufsehen. Dort drangen Wildschweine vor zwei Jahren immer weiter in den Ort vor, sogar ein Hund wurde laut Medienberichten von ihnen im eigenen Garten getötet. Die Stadtverwaltung ergriff schließlich Maßnahmen. Die Wildschweine sollten mit Futter in Lebendfallen gelockt werden, Jäger sollten die Tiere dann noch vor Ort erschießen. Zudem wurde eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der unter anderem Komposthaufen gesichert werden mussten. Ob die Maßnahmen den gewünschten Erfolg erzielt haben, ist unbekannt. Eine Anfrage unserer Redaktion an die Stadtverwaltung blieb unbeantwortet.
So verhält man sich richtig
Doch wie verhält man sich richtig, wenn plötzlich ein Wildschwein oder gar eine ganze Rotte, also eine Gruppe der Tiere, vor einem steht? Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, kann es für uns Menschen durchaus gefährlich werden – mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm und einer Schulterhöhe bis zu einem Meter zählen Wildschweine laut NABU zu den größten Wildtieren hierzulande. Besonders ihr kräftiges Gebiss mit den imposanten Eckzähnen kann schwere Verletzungen verursachen.
Die Tierschutzorganisation PeTA rät dazu, vor allem ausreichend Abstand zu halten, wenn einem ein Wildschwein begegnet. Besonders Bachen, also weibliche Wildschweine, können zur Gefahr werden, wenn sie ihre Jungtiere bedroht sehen. Schnauben, den Schwanz aufstellen und Zähneklappern sind eindeutige Warnsignale – dann sollte man sich langsam und ruhig zurückziehen. Macht sich das Tier tatsächlich zum Kampf bereit, kann es laut PeTA helfen, sich möglichst groß zu machen, in die Hände zu klatschen und sich weiter zurückzuziehen. Hunde sollten unbedingt an der Leine bleiben.

