Politik im Landkreis kämpft um kinderärztlichen Notdienst

12. März 2018 von
Die Politik im Landkreis Goslar kämpft um die kinderärztliche Versorgung. Am heutigen Montag wird das auch noch einmal Thema im Kreistag sein. Symbolfoto: pixabay
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Goslar. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen sich die Gruppe von SPD, Grüne und FDP für den Erhalt des kinderärztlichen Notdienstes einsetzen und richten einen Appell an die Kassenärztliche Vereinigung.

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Die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst neu zu strukturieren, lösen bei Eltern, Politik und Verwaltung Entsetzen aus. Die KV – die für die Sicherstellung der kassenärztlichen Versorgung verantwortlich ist – hat Bereitschaftsdienste gebündelt. Das bedeutet, dass es im Landkreis Goslar seit dem 1. Januar keinen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst gibt. Im Notfall müssten Eltern nach Braunschweig oder Salzgitter fahren.

Nun unternehmen SPD, Grüne und FDP einen weiteren Versuch die Versorgung im Landkreis wieder herzustellen und wenden sich mit einem Appell an die KVN – Außenstelle Braunschweig. Gefordert wird, dass der Beschluss zur Vergrößerung der Versorgungsbereiche des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes überdacht wird und wieder ein Bereitschaftsdienst im Landkreis Goslar ermöglicht wird. 

Seit der Einstellung des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes im Landkreis Goslar zum 1. Januar 2018 würden sich die berechtigten Beschwerden der Eltern insbesondere ganz junger Kinder häufen, dass sie im Krankheitsfall keine Hilfe vor Ort in Randzeiten bekommen. Es werde von teilweise abenteuerlichen Reisen mit ihren kleinen, kranken Kindern berichtet. Ganz besonders schwierig gestaltet sich die Situation derjenigen, die nicht über ein eigenes Fahrzeug verfügen und versuchen, mittels ÖPNV die entfernt gelegenen Notdienste aufzusuchen. Dies alles mit kranken Kindern und bei widrigen Wetterbedingungen. Die durch die KVN getroffene Regelung zum kinderärztlichen Notdienst habe sich in kürzester Zeit als nicht praktikabel erwiesen.

Verwaltungsbeamte treten für Versorgung ein

Auch die Hauptverwaltungsbeamten aus dem Landkreis haben ihre Stellung diesbezüglich schon deutlich gemacht und ein gemeinsames Schreiben an die KVN verfasst. Darin fordern Landrat Thomas Brych und die Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen die Kassenärztliche Vereinigung auf, die Neuordnung des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes zu überdenken.

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