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Post-COVID: Niedersachsen hat keine Kenntnisse über genaue Patientenzahl



Post-COVID: Land hat keine Kenntnisse über genaue Patientenzahl

Derweil unterstütze die Landesregierung die Forschung zum Thema.

von Martin Laumeyer


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

Niedersachsen. In der Öffentlichkeit wird vor der Long-COVID-Erkrankung gewarnt, bei der COVID-19-Patienten mit Spätfolgen zu kämpfen haben. Der Landesregierung liegen jedoch keine Studien vor, welche die genauen Zahlen der Erkrankten festgestellt hat, geschweige denn, wie viele in Niedersachsen von dieser Krankheit betroffen sind. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Christopher Emden (fraktionslos, AfD) hervor. Es könne jedoch anhand aktueller Studien gesagt werden, dass rund 10 Prozent bis 15 Prozent aller Corona-Infizierten an Spätfolgen der Krankheit litten.



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Die Definitionen dieser neuartigen Erkrankung sind unterschiedlich, was die weitere Erforschung und Entwicklung klinischer Konzepte kompliziere. Die Landesregierung orientiert sich jedoch an der gegenwärtigen Definition der WHO für eine "Post-COVID19-Erkrankung", die sich mit neuen Erkenntnissen jedoch ändern könne.



Eine Post-COVID19-Erkrankung könne bei Personen mit einer wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion etwa drei Monate nach einer COVID-Erkrankung auftreten. Dabei hielten die Symptome mindestens zwei Monate an und seien nicht durch eine andere Diagnose zu erklären. Dazu zählen Erschöpfung, Kurzatmigkeit oder kognitive Fehlleistungen.

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Diese könnten fluktuieren oder mit der Zeit wiederkehren. An körperlichen Vorerkrankungen, die das Risiko einer Erkrankung mit Post-COVID erhöhen, gelten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine schwere COVID-19-Erkrankung sowie nicht infektiöse Magen-Darmerkrankungen, schwere Stress- und Anpassungsstörungen, atopische Dermatitis, Mononeuropathien, Reflux-Erkrankungen, Diabetes Mellitus und Blutdruckhoch.

Land unterstützt Forschung


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay



Aktuell fördert das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) über das Forschungsnetzwerk COFONI mit insgesamt rund zwei Millionen Euro vier Forschungsprojekte, die sich mit Post-COVID befassen. Aus EU-Mitteln in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro wird darüber hinaus ein Innovationsverbund der Medizinischen Hochschule Hannover mit der Universitätsmedizin Göttingen sowie der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig/Wolfenbüttel gefördert.

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Die "DEFEnse Against COVID-19 STudy Corona" - kurz DEFEAT Corona - ist ein digitales Projekt zur Erforschung der Langzeitfolgen der Corona-Pandemie. Das Projekt läuft seit dem 1. Juli 2021 und endet an Silvester dieses Jahres.

Mit den Förderungen ermögliche das Land eine zusätzliche Einwerbung von Mitteln aus Ausschreibungen des Bundes und anderer Förderer. So konnte der Innovationsverbund eine weitere Förderung für ihr Projekt "ErgoLoCo" im Rahmen der mit insgesamt 6,5 Millionen Euro dotierten Bundesförderrichtlinie "Long-COVID" einwerben. In einer Pilotstudie erprobt ErgoLoCo eine ergotherapeutische Therapie bei Personen mit Long-COVID.

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Niedersachsen unterstützt jedoch keine Einzelpersonen direkt. Ob und wie viele Patienten mit Post-Covid vollständig geimpft sind, darüber liegen der Landesregierung keine Daten vor. Neueste internationale, wissenschaftliche Erkenntnisse wiesen darauf hin, dass das Risiko bei zweifach geimpften Menschen, die trotzdem an Covid-19 erkrankt waren, deutlich gesenkt sei.


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