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Regionalbahn rammt Laster - Drei Verletzte nach Drama auf den Gleisen



Goslar

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Regionalbahn rammt Laster - Drei Verletzte nach Drama auf den Gleisen

Eine Autofahrerin handelte schnell und verhinderte so womöglich einen schlimmeren Ausgang des Unglücks.

von Marvin König


Die Feuerwehr musste den Unglücks-LKW mit schwerem Gerät bergen. Video: aktuell24 Foto: aktuell24 / Video: aktuell24

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Seesen. Dramatische Szenen spielten sich gestern Nacht gegen 23 Uhr auf einem Bahnübergang zwischen Idehausen und Böhmerberg auf der B 248 ab. Ein LKW blieb infolge stockenden Verkehrs auf dem Bahnübergang auf der Northeimer Straße stecken als sich plötzlich die Halbschranken schlossen - ein Regionalzug der Harz-Weser-Bahn konnte nicht mehr bremsen und riss das LKW-Gespann entzwei. Drei Personen, darunter der Fahrer des LKW, erlitten leichte Verletzungen. Doch eine aufmerksame Autofahrerin hat womöglich das Schlimmste verhindert.



Aufgrund einer Vollsperrung auf der angrenzenden Autobahn 7 wurde der Verkehr über die B 248 abgeleitet, weshalb auf der Bundesstraße zwischen Idehausen und Böhmerberg mitten in der Nacht reger Verkehr herrschte, der immer wieder ins Stocken geriet. Dabei kam der Sattelzug eines Paketdienstes ausgerechnet direkt auf dem Bahnübergang zum Stehen, als sich plötzlich die Schranken schlossen. Eine Autofahrerin bemerkte die kritische Situation und machte den LKW-Fahrer auf die drohende Gefahr aufmerksam, woraufhin der Mann noch versucht habe, sein Fahrzeug vom Bahnübergang herunter zu manövrieren.

Diesem Rangiermanöver sei es zu verdanken, dass der heranschnellende Regionalzug aus Richtung Seesen die Kollision mit nur geringen Schäden überstand. Der Zug durchtrennte den LKW beim Aufprall zwischen Zugfahrzeug und Anhänger. Die Bahn kam etwa 50 Meter hinter dem Bahnübergang zum Stillstand.


Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz


Das LKW-Gespann wurde durch den Unfall schwer beschädigt. Sofort rückte ein Großaufgebot an Rettungskräften zur B 188 aus, um mit der Befürchteten hohen Anzahl verletzter Personen umgehen zu können. "Wir mussten mit allem rechnen. Wenn ein Zug mit einem LKW kollidiert, kann alles passieren", berichtet Konstantin Mennecke, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Northeim. Auch wusste die Feuerwehr nicht, ob es sich bei dem LKW um einen Gefahrguttransporter handelt. Es stellte sich heraus, dass die Bahn zum Unfallzeitpunkt nur sehr spärlich besetzt war. Insgesamt drei Personen - inklusive dem Fahrer des Lasters - verletzten sich leicht. Insgesamt sei der Vorfall glimpflich verlaufen, meint Mennecke: "Glück im Unglück. Die Autofahrerin, die den LKW-Fahrer gewarnt hat, hat hier wahrscheinlich viel dazu beigetragen, dass dieser Einsatz so ausgegangen ist, wie er diese Nacht ausgegangen ist."

Schranken und Lichtsignale am Bahnübergang wurden teilweise völlig zerstört.
Schranken und Lichtsignale am Bahnübergang wurden teilweise völlig zerstört. Foto: aktuell24



Der Bahnübergang wurde durch den Unfall erheblich beschädigt und bleibt wohl bis auf Weiteres gesperrt. Der Unfall hat weitreichende Folgen für den Bahnverkehr von Kreiensen über Salzgitter in Richtung Braunschweig. Mit Verspätungen, Ausfällen und Fahrplanänderungen muss laut DB Regio Niedersachsen gerechnet werden.


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