Salzgitter. Die Stahlproduktion am Traditionsstandort im Duisburger Süden geht weiter. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann werden künftig eine 100-prozentige Tochter der Salzgitter AG, nachdem die beiden Mitgesellschafter thyssenkrupp Steel Europe und Vallourec angekündigt hatten, sich aus dem gemeinsamen Joint Venture zurückziehen zu wollen. Das berichtet die Salzgitter AG in einer Pressemitteilung.
Der Salzgitter-Konzern übernimmt damit die volle Verantwortung bei der HKM und möchte das integrierte Hüttenwerk mit einem klaren Plan und voller Ausrichtung auf die grüne Transformation fit für die bevorstehenden Herausforderungen machen.
Finale Einigung erzielt
Anfang Februar hatte sich die Salzgitter AG mit thyssenkrupp Steel auf ein Eckpunktepapier zur vollständigen Übernahme der HKM verständigt. In intensiven und sorgfältigen Verhandlungen haben die Gesprächspartner nun eine finale Einigung erzielt, die den Interessen aller bisherigen Anteilseigner gerecht wird. Nach der Unterzeichnung der Verträge am gestrigen Mittwoch kann die Integration der HKM in den Salzgitter-Konzern beginnen. Das Closing und der Übergang der Geschäftsanteile wurden noch am Donnerstag vollzogen.
Die Salzgitter AG plant in Duisburg die Investition in einen Elektrolichtbogenofen, um den Standort zu transformieren, zukunftsfähig zu machen und die CO2-Emissionen der Stahlproduktion langfristig um 90 Prozent zu senken. Aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen wird dieser Wandel mit einer deutlichen Reduzierung der Mitarbeiterzahl einhergehen.
Massiver Stellenabbau
Geplant ist, dass statt aktuell rund 3.000 langfristig nur noch etwa 1.000 Menschen bei der HKM beschäftigt sind. Ohne diesen schmerzhaften Stellenabbau hätte die Salzgitter AG die alleinige Übernahme nicht vollziehen können. Die Alternative wäre eine komplette Schließung des integrierten Hüttenwerks in Duisburg gewesen. Nur mit dieser konsequenten Neuaufstellung hat die HKM die Chance auf eine langfristig erfolgreiche Zukunft.
Die kommenden Monate sollen nun genutzt werden, um die Integration der HKM in die Strukturen des Salzgitter-Konzerns zu vollenden. Einher geht das mit einer Umstrukturierung bis voraussichtlich Ende 2028 von rund 3.000 auf etwa 1.000 Mitarbeiter sowie einer
Reduzierung der Rohstahlmenge auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr.
Geschäftsführung ergänzt
Die Salzgitter AG wolle die Transformation des Standorts mit voller Kraft unterstützen. Andreas Betzler, Geschäftsführer der Mannesmann Precision Tubes GmbH, der Mannesmann Grossrohr GmbH und der Mannesmann Line Pipe GmbH, soll künftig die Geschäftsführung der HKM ergänzen und direkt an den Vorstand der Salzgitter AG berichten.
Die Auswirkungen der HKM-Übernahme auf die Umsatz- und Ergebnisprognose des Geschäftsjahres 2026 will die Salzgitter AG im Rahmen der Veröffentlichung ihres Halbjahresfinanzberichts am 11. August 2026 quantifizieren. Über die Details der Einigung haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

