70 Jahre Tradition: Doch dieses Kino stand kurz davor, Betrieb einzustellen

Das Kultiplex-Kino muss dringend saniert werden. Teilweise drang bei Regen Wasser ins Gebäude. Der Rat der Stadt hat sich für einen finanziellen Zuschuss entschieden.

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Frank Funk, Betreiber des Kultiplex in Lebenstedt, muss das Kino-Gebäude sanieren.
Frank Funk, Betreiber des Kultiplex in Lebenstedt, muss das Kino-Gebäude sanieren. | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Das Kultiplex City-Theater in Salzgitter-Lebenstedt blickt auf eine lange Tradition zurück und feiert in diesem Jahr 70-jähriges Bestehen. Mängel am Kino-Gebäude bedrohten jetzt aber den Fortbetrieb. Ende 2026 hätte der Betreiber schließen müssen. Denn Geld für die notwendige Sanierung war nicht vorhanden. Mit einem Beschluss warf der Rat der Stadt aber in seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch den erhofften Rettungsanker aus. Die Verwaltung gewährt damit jetzt einen einmaligen Zuschuss über 58.700 Euro.



Frank Funk, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft dieCity-Filmtheaterbetriebe G. Funk GmbH und zugleich Eigentümer der Immobilie, hatte sich bereits im Februar 2025 an die Stadt gewandt – mit der Bitte um einen solchen einmaligen Zuschuss. Unter anderem die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Umsatzeinbrüche ließen die finanziellen Rücklagen des Kino-Betreibers, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, dahinschmelzen.

Regen dringt bei Filmvorführungen ins Kino ein


Als Kinobetreiber und Gebäudeeigentümer sei Frank Funk, so heißt es in der Ratsvorlage, "für alle anfallenden Sanierungsmaßnahmen, sowohl innerhalb als auch an der Substanz des Gebäudes, verantwortlich". Und diese Maßnahmen sind jetzt fast schon überfällig. Weiter heißt es dort: "Der allgemeine Zustand des Gebäudes macht umgehende Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle notwendig, um den weiteren Betrieb des Kinos zu sichern." Unter anderem seien Kinovorstellungen bei Starkregen bereits abgesagt worden, weil Wasser ins Kino-Gebäude eingetreten sei.

Keine Fördermittel fürs Gebäude


Ohne die Eigenmittel war es für den Betreiber nicht möglich, die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Die Stadt habe daher zunächst versucht, dabei zu helfen, an passende Fördertöpfe für die Sanierung heranzukommen. Das Kino, das habe sich herausgestellt, sei aber nicht förderfähig, zumindest wenn es um die Instandhaltungsmaßnahmen des Gebäudes gehe. Daher "stellt eine kommunale Unterstützung durch die Stadt Salzgitter in diesem Fall eine Ultima Ratio dar, um den Betrieb zu halten", heißt es in der Vorlage. Der Zuschuss sei also notwendig, da es sonst keine anderen Möglichkeiten gebe, dem Kino-Betreiber zu helfen. Einzelnen Unternehmen Geld zu geben, ist eben kein alltägliches Vorgehen einer Stadtverwaltung – in diesem Fall aber geboten.

Denn es geht eben auch darum, ein kulturelles Angebot in der Stadt zu erhalten. In der Vorlage heißt es: "Die Stadtverwaltung bewertet den möglichen Verlust des Kultiplex langfristig als einen großen Einschnitt im kulturellen Angebot von Salzgitter-Lebenstedt." Letztlich stimmten auch die Ratsmitglieder zu – der Antrag wurde mit 35 Ja-Stimmen angenommen.

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