Sollten Sporthallen für Training auch in den Ferien offen sein?

von Alexander Panknin


Bisher bleiben Sporthallen in den Ferien nur mit Ausnahmen geschlossen.
 Symbolfoto: Anke Donner
Bisher bleiben Sporthallen in den Ferien nur mit Ausnahmen geschlossen. Symbolfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner

Salzgitter. Die SPD-Ortsratfraktions der Ortschaft Süd setzte sich bereits vor den Ferien für geänderte Öffnungszeiten der ortsansässigen Sporthallen ein. Hochklassigen Hallenmannschaften sollten Ausnahmeregelungen für Training in der Ferienzeit ermöglicht werden. Dazu äußerte sich nun die Stadt Salzgitter.


Die Fraktion hatte beklagt, dass Hallen in den Sommerferien mit Ausnahme von Ferienkursen grundsätzlich geschlossen bleiben würden. Dies würde die Frage aufwerfen, warum nicht weitere Ausnahmen für die Spitzenmannschaften Salzgitters in einzelnen Sportarten getroffen werden würde.

Konkret handele es sich dabei um die 1. Herrenmannschaft des SV Union Salzgitter. Die Mannschaftsei bereits in die Oberliga aufgestiegen und repräsentiere damit die Stadt im gesamten Bundesland Niedersachsen. Auch die Jugend spiele in der Niedersachsenliga. Beide gehörten zu den wenigen hochrangigen Mannschaften, die Salzgitter aufweisen könne.

Hinzu käme, dass der Verein seit Jahren Niedersächsische und Norddeutsche Ranglistenturniere ausrichte, auch hier würde die Stadt hervorragend repräsentiert werden. In den Reihen der Unionerseien aktuell zudem Spieler, die in der deutschen Jugendrangliste vertreten sind. Des Weiteren würdeder Verein Feriensportkurse anbieten, an die das Training anschließen sollte.

Die Verwaltung sieht Schwierigkeiten


Nach einer Regelung von 1994 sollen die Sportstätten der Schulen während der Sommerferien sowie zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleiben, sofern nicht im Einzelfall eine besondere Regelung getroffen wird, erklärt dazu die Verwaltung.

Während der Sommerferien könnten sowohl die Hausmeister als auch die Reinigungskräfte ihren Urlaubsanspruch wahrnehmen und die Überstunden abbauen, die während der Unterrichtszeit geleistet werden. Mit der Betreuung der Hallen und den erforderlichen Schließdiensten in diesen Sommerferien seien die Kapazitäten der Schulhausmeister im Moment aber mehr als ausgereizt. Zusätzlich seien die Kapazitäten durch Krankheitsausfälle und noch ausstehende Nachbesetzungen weiter minimiert, so die Verwaltung.

Schulbetrieb hat Vorrang


Zudem könnten in den Sommerferien notwendige Reparaturarbeiten durchgeführt werden, sodass der Schulbetrieb und Vereinssport nach den Ferien ohne Störung gewährleistetsei. Sperrungen von Hallen aufgrund fälliger Reparaturarbeiten seien während der Saison auch für die Vereine durch ausfallende Trainingszeiten eine immens höhere Belastung als in Ferienzeiten.

Von der ebenfalls gültigen Einzelfallregelung für die Sommerferien würde aber alljährlich bereits Gebrauch gemacht. Dazu werde von der Bäder, Sport und Freizeit Salzgitter GmbH (BSF) vor jeder Ferienphase der Bedarf bei den Vereinen abgefragt. Die Vereine könnenihre Wünsche melden, welche Hallen sie zu welchen Zeiten benutzen möchten. Alle Vereine erhalten dafür zu Beginn eines Schuljahres die Übersicht der Ferien- und Schließzeiten für das kommende Kalenderjahr sowie zur Erinnerung für das laufende Kalenderjahr. Darin sind auch die Meldefristen für die Ferienwünsche schriftlich fixiert.

Zusätzlich erinnert die BSF rechtzeitig vor den jeweiligen Ferien an die Abgabe der Belegungswünsche. Alle Anträge der Vereine werden von der BSF gesammelt und koordiniert, um bei ausreichendem Bedarf die Hallen zu öffnen. Wird kein oder ein zu geringer Bedarf für eine oder mehrere Hallen angemeldet, bleiben diese geschlossen. Hallen mit ausreichendem Bedarf werden während der Ferien geöffnet.

Dieses Vorgehen werde seit mindestens 10 Jahren praktiziert und hätte sich bewährt. In diesen Jahren habe sich herauskristallisiert, dass in den Ferien maximal 33 Prozent der üblichen Nutzungszeiten von den Vereinen genutzt werden, mit einer Spitze in den Herbstferien. Während der Sommer- und Weihnachtsferien werden durchschnittlich 12 bis 15 Prozent der Hallennutzungszeiten beantragt.

Weiterhin gibt die Verwaltung zu bedenken, dass von den beantragten und bewilligten Sondernutzungen während der Ferien darüber hinaus im Durchschnitt 20 Prozent der Zeiten trotzdem nicht genutzt werden.

Sollte dem Anliegen auf weitere Öffnungszeiten der Sporthallen in der weiteren politischen Diskussion entsprochen werden, seieine Aufstockung des Personalserforderlich. Dies würde dann auch zu Mehrkosten führen, die einzuplanen seien.


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