Stadt bestätigt Probleme mit digitalen Passfotos

Eigentlich sollen die PointID-Geräte den Weg zum neuen Personalausweis oder Reisepass einfacher machen. Doch aus der Bürgerschaft gibt es Kritik an dem System. Die Stadt zieht dennoch ein positives Zwischenfazit.

von Rudolf Karliczek


Die Fotoautomaten im Rathaus.
Die Fotoautomaten im Rathaus. | Foto: SZ-PA / Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Eigentlich sollen die PointID-Geräte den Weg zum neuen Personalausweis oder Reisepass einfacher machen: Das benötigte biometrische Lichtbild kann direkt bei der Behörde digital aufgenommen werden. Doch aus der Bürgerschaft gibt es Kritik an dem System. Nach entsprechenden Hinweisen hat die Stadt Salzgitter auf Anfrage bestätigt, dass es sowohl technische Störungen als auch Fälle gegeben hat, in denen aufgenommene Fotos nicht verwendet werden konnten.



Anlass für die Nachfrage waren unter anderem Schilderungen aus der Bürgerschaft und in sozialen Medien, wonach es bei der Erstellung der digitalen Passbilder zu Problemen gekommen sein soll. Dabei wurde beispielsweise die Frage aufgeworfen, wie zuverlässig die Geräte arbeiten und was passiert, wenn ein dort aufgenommenes Bild anschließend nicht für das Ausweisdokument genutzt werden kann.

"Vereinzelt zu Störungen gekommen"


Die Stadt Salzgitter erklärt dazu, dass die PointID-Geräte im Rathaus Lebenstedt und in der Außenstelle Salzgitter-Bad grundsätzlich zuverlässig funktionierten. Ganz störungsfrei war der Betrieb allerdings nicht. „Die Geräte befinden sich seit über einem Jahr im Einsatz. Seit der Einführung ist es auch vereinzelt zu Störungen gekommen, so dass diese nicht genutzt werden konnten“, teilt der Fachdienst BürgerService, Ausländerangelegenheiten und Wahlen mit.

Wie häufig solche Störungen tatsächlich aufgetreten sind, lässt sich allerdings nicht beziffern. Nach Angaben der Stadt wurden dazu keine genauen Fallzahlen erhoben. Gleiches gilt für Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit PointID.

Fotos in Einzelfällen nicht verwendbar


Die Stadt bestätigt zudem, dass es Fälle gegeben hat, in denen direkt am PointID-Gerät erstellte Bilder anschließend nicht verwendet werden konnten. Die Ursachen seien unterschiedlich. Als Beispiele nennt die Verwaltung einen mangelnden Kontrast zwischen Haarfarbe und Hintergrund, über- oder unterbelichtete Aufnahmen sowie spiegelnde Brillengläser.

Auffällig ist insbesondere die Antwort der Stadt zu Kindern: Eine „häufigere Fehlerquote“ könne vor allem bei Babys und Kleinkindern festgestellt werden. Die Stadt weist deshalb darauf hin, dass Antragsteller frei entscheiden können, wo sie das digitale Passbild erstellen lassen. Gerade bei Kleinkindern könne der Besuch eines zertifizierten Fotostudios sinnvoll sein.

Keine zusätzlichen Kosten


Kann ein mit PointID aufgenommenes Bild nicht verwendet werden, können Betroffene nach Angaben der Stadt ein neues Foto am Gerät erstellen oder ein zertifiziertes Fotostudio aufsuchen. Ein neuer Termin im BürgerCenter sei dafür nicht erforderlich, da dort auch eine Vorsprache ohne Termin möglich sei. Für eine erneute Aufnahme mit dem PointID-Gerät entstünden den Bürgerinnen und Bürgern laut Stadt keine zusätzlichen Kosten.

Auch wenn ein Gerät ausfällt, verweist die Verwaltung auf die Möglichkeit, ein zertifiziertes Fotostudio zu nutzen. Wer Wert auf persönliche Beratung lege, sei dort gut aufgehoben.

Stadt zieht insgesamt positive Bilanz


Trotz der bestätigten Störungen und nicht verwendbaren Aufnahmen bewertet die Stadt Salzgitter die Einführung der Geräte positiv. „Mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung“ falle die bisherige Bewertung des Fachdienstes insgesamt positiv aus.

Wie groß der Anteil der Problemfälle tatsächlich ist, bleibt allerdings offen. Da weder die Zahl der technischen Störungen noch die Zahl der Beschwerden erfasst wurde, lässt sich anhand der Angaben der Stadt nicht feststellen, wie häufig Bürgerinnen und Bürger seit der Einführung von PointID mit Schwierigkeiten konfrontiert waren.