Braunschweig. Die Deutsche Bahn steht immer wieder in der Kritik – ausgefallene und verspätete Züge kosten die Fahrgäste regelmäßig Nerven und sorgen sogar im Ausland für Spott. Das Streckennetz ist schwer in die Jahre gekommen – doch zumindest diesem Problem nimmt sich das Unternehmen mit der laufenden Generalsanierung an. Braunschweig wird dadurch kurioserweise jedoch vorübergehend zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.
Die Deutsche Bahn arbeitet seit mittlerweile zwei Jahren an der grundlegenden Sanierung ihrer wichtigsten Verbindungsstrecken. Bis vor wenigen Wochen wurde die Verbindung zwischen der Hauptstadt Berlin und der Hansestadt Hamburg erneuert. Ab Oktober ist dann unsere Region mit der Sanierung der sogenannten Lehrter Stammbahn zwischen Hannover und Berlin unmittelbar betroffen. Doch diese Generalsanierung wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Seit dem vergangenen Donnerstag kommt es wegen vorbereitender Arbeiten auf wichtigen Linien in der Region zu erheblichen Einschränkungen und Schienenersatzverkehr: Zum einen auf den Linien RE 60 und RE 70 zwischen Hannover und Braunschweig, zum anderen auf der Strecke Braunschweig Hauptbahnhof – Magdeburg (Linie RB40). regionalHeute.de berichtete.
Erhebliche Einschränkungen ab Oktober
Für weitere Einschränkungen und vermutlich auch ein großes Verkehrschaos wird die anstehende Generalsanierung ab dem 2. Oktober in der Region sorgen. Dann werden auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin verschiedene Arbeiten an Gleisen, Oberleitungen sowie der Leit- und Sicherungstechnik durchgeführt. In der Folge werden vorübergehend keine Fernverkehrszüge in Wolfsburg halten, auch in Helmstedt wird das Angebot stark eingeschränkt sein.
Auf den ICE-Verbindungen zwischen Hannover und Berlin kommt es zusätzlich zu starken Verzögerungen, die Züge werden bis zu 80 Minuten länger benötigen. Außerdem wird es während der Baumaßnahme nur noch stündliche Verbindungen geben. Noch härter wird es Reisende treffen, die von Braunschweig aus in Richtung Frankfurt wollen, beispielsweise, um den internationalen Flughafen zu erreichen – denn die ICE-Verbindung Berlin – Frankfurt über Kassel entfällt während der Generalsanierung komplett.
Generalsanierung sorgt für Kuriosum
Neben den zahlreichen Ausfällen und Einschränkungen wird die Generalsanierung aber auch für ein echtes Kuriosum sorgen, denn Braunschweig wird dadurch vorübergehend zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Weil die wichtige Schnellfahrstrecke Lehrte–Berlin über Wolfsburg ab Oktober komplett gesperrt ist, wird der gesamte Verkehr zwischen NRW/Hannover und Berlin über die Achse Lehrte – Braunschweig – Magdeburg umgeleitet. Für Braunschweig bedeutet das also vorübergehend mehr Verbindungen im Fernverkehr.

