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Schüsse im Braunschweiger Ringgebiet: Schützen kommen vor Gericht



Braunschweig

Schüsse im Ringgebiet: Schützen kommen vor Gericht

Fünf Männer stehen nach der Schießerei im April nun bald vor Gericht. Ihnen wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Alexander Panknin

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Braunschweig. Vor einem halben Jahr sorgten Schüsse im westlichen Ringgebiet für Angst und Schrecken. Am Abend des 17. April fielen auf offener Straße Schüsse, ausgelöst durch einen schon mehrere Jahre schwelenden Familienkrieg zweier Clans. Ab dem 14. Oktober stehen nun fünf Männer wegen besonders schweren Landfriedensbruch, versuchtem Totschlag und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr vor dem Braunschweiger Landgericht.



Wie das Landgericht mitteilte, richtet sich die Anklage gegen fünf Männer im Alter zwischen 20 und 32 Jahren. Wegen der Tatbeteiligung des 20-jährigen heranwachsenden Angeklagten findet die Verhandlung vor der Jugendstrafkammer statt.

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Laut Anklage seien die fünf Männer, die sich derzeit in Untersuchungshaft befinden, Teil einer Gruppe oder Familie, die mit einer anderen Familie seit mehreren Jahren im Streit gelegen hätte und verfeindet gewesen sei. Der Konflikt zwischen den beiden Familien sei im Laufe der Jahre eskaliert. Daher hätten die fünf Angeklagten mit weiteren, bisher noch unbekannten Mittätern beschlossen, mindestens ein Mitglied der verfeindeten Familie zu töten.

Zur Umsetzung ihres Tatplanes hätten sich die Angeklagten mit Gegenständen wie Knüppeln, Macheten und anderen Waffen ausgestattet zu einer Unterführung der Straße Westbahnhof - an der sogenannten Jokerbrücke in Braunschweig begeben. Der 26-jährige Angeklagte habe eine scharfe Schusswaffe mit sich geführt.

Schüsse auf Auto der verfeindeten Familie



Gegen 22.30 Uhr sei es in Höhe der Luisenstraße/Ecke Hedwigstraße zu dem Angriff der zwischenzeitlich mit zwei Fahrzeugen angekommenen verfeindeten Familienmitglieder gekommen. Die Angeklagten hätten dabei mit den mitgebrachten Gegenständen den noch fahrenden Opel der anderen Familie angegriffen und beschädigt. Der 26-jährige Angeklagte habe auf den fahrenden Wagen mindestens drei Schüsse abgefeuert. Bei der gezielten Schussabgabe auf das Auto habe dieser Angeklagte eine tödliche Verletzung der Insassen in Kauf genommen, heißt es in der Anklage. Im Anschluss seien die Angeklagten auf drei Mitglieder der verfeindeten Gruppe losgegangen.

Der 26-jährige Angeklagte habe auf ein Mitglied dieser Gruppe die Schusswaffe gerichtet, sinngemäß gesagt: „Hurensohn, dreh dich um und stirb wie ein Mann“ und mehrere Schüsse auf den Zeugen abgegeben, um diesen tödlich zu verletzen. Dabei hätten die Angeklagten auch in Kauf genommen, dass die beiden anderen Gruppenmitglieder von den Schüssen hätten getroffen werden können. Zwei Kugeln haben die Fassade eines Hauses und eine weitere einen Mülleimer getroffen.

Kugel schlägt in Straßenbahn ein


Darüber hinaus hat ein Querschläger die Frontscheibe einer fahrenden Straßenbahn, in Höhe des Art Max, getroffen. Der Straßenbahnführer wurde dabei durch Glassplitter im Halsbereich und Oberkörper verletzt. Ein weiblicher Fahrgast mit einem Kleinkind habe sich vor Schreck und zum Schutz auf den Boden der Straßenbahn gelegt. Insgesamt habe man am Tatort acht Patronenhülsen der Schusswaffe gefunden.

Den Angeklagten sei es darauf angekommen, mindestens ein Mitglied der verfeindeten Familie zu töten. Schließlich hätten sie die Sicherheit des Straßenverkehrs mit dem gezielten Angriff auf den Opel mittels gefährlicher Gegenständen und Waffen bewusst und gewollt beeinträchtigt. Hiermit hätten sie einen Unglücksfall herbeiführen wollen.


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