Region. Die Wahlen sind durch, die Ämter verteilt. Am gestrigen Sonntag haben die Bürgerinnen und Bürger an den Wahlurnen unter anderem über die Vergabe der Spitzenämter in den Rathäusern und Kreishäusern der Region entschieden. In manchen Stadt- und Kreisverwaltungen beginnt nun bald das große Stühlerücken, wenn ehemalige Bürgermeister und Landräte ihre Sessel räumen und für ihre Nachfolger Platz machen. Doch welches Gehalt steht eigentlich hinter den höchsten Ämtern?
Die frischgewählten hauptamtlichen Verwaltungschefs treten ihr Amt in der Regel zum 1. November an. Ihre Amtszeit beträgt in Niedersachsen regulär acht Jahre. Für den Vollzeitjob an der Verwaltungsspitze ist die Bezahlung gesetzlich klar geregelt. Wie hoch das Gehalt ausfällt, ist in der Niedersächsischen Kommunalbesoldungsverordnung geregelt.
Besoldung nach Einwohnerzahl
Das Prinzip dahinter ist simpel. Der Verdienst teilt sich in feste Besoldungsgruppen auf – je mehr Menschen in einer Kommune oder einem Landkreis leben, desto höher fällt die jeweilige Besoldungsgruppe und damit der monatliche Gehaltsscheck aus. regionalHeute.de hat einen Blick in die Besoldungsverordnung geworfen und zeigt, was ein (Ober‑)Bürgermeister oder Landrat in der Region verdient.
Wer verdient am meisten?
An der Spitze des regionalen Gehaltsgefüges steht Braunschweigs Oberbürgermeister. Als Chef der größten Stadt in der Region (252.811 Einwohner) ist seine Stelle in der Besoldungsgruppe B 9 angesiedelt. Das entspricht einem monatlichen Brutto-Grundgehalt von rund 13.198 Euro. Die Oberbürgermeister der kreisfreien Nachbarstädte Wolfsburg (129.813 Einwohner) und Salzgitter (104.433 Einwohner) fallen in die Kategorie zwischen 100.001 und 150.000 Einwohnern – das bedeutet Besoldungsgruppe B 8 und damit monatlich rund 12.578 Euro brutto.
Auf dem finanziellen Niveau der Besoldungsgruppe B 7 (rund 11.975 Euro brutto) liegt der Landrat des Landkreises Gifhorn, dessen Stelle wegen der hohen Gesamteinwohnerzahl des Kreises von 175.518 Bürgerinnen und Bürgern in diese Stufe fällt. Die Landräte der übrigen Kreise Peine (137.064 Einwohner), Goslar (ca. 126.082 Einwohner), Wolfenbüttel (etwa 120.000 Einwohner) und Helmstedt (89.771 Einwohner) werden nach Besoldungsgruppe B 6 vergütet, was monatlich knapp 11.396 Euro brutto ausmacht.
In die Besoldungsgruppe B 6 fallen aufgrund ihrer Einwohnerzahl (über 40.000) auch die Bürgermeister der Kreisstädte Wolfenbüttel (rund 52.500 Einwohner), Peine (50.978 Einwohner), Goslar (rund 47.454 Einwohner) und Gifhorn (42.816 Einwohner). Die Verwaltungschefs dieser vier Städte beziehen damit ebenfalls knapp 11.396 Euro brutto monatlich und verdienen damit ähnlich, wie die meisten Landräte. Einzig der Bürgermeister der kleineren Kreisstadt Helmstedt liegt mit seinen 25.048 Einwohnern in der Kategorie von 20.001 bis 30.000 Bürgern. Seine Stelle ist in der Besoldungsgruppe B 4 eingestuft, was gut 10.170 Euro im Monat entspricht.
Weitere Einkünfte
Neben dem Grundgehalt gibt es eine steuerfreie Pauschale für repräsentative Pflichten. Unterm Strich bleibt den Amtsträgern auch mehr Netto vom Brutto, da sie nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen. Nebenverdienste, etwa aus Aufsichtsräten, müssen ab einer Freigrenze an die Kommune abgeführt werden.

