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So wollen Nordzucker und lokale Bauern die Rotfäule besiegen

In Wahle bei Vechelde testet Nordzucker gemeinsam mit dem Saatzüchter KWS Rübensorten. Auf einem Acker der Familie Brenneke sollen die Zuckerrüben auf ihre Resistenz gegenüber der Rotfäule getestet werden.

von Niklas Eppert


Eine von Rotfäule befallene Rübe. Hier ist die charakteristische rötliche Färbung besonders deutlich zu erkennen.
Eine von Rotfäule befallene Rübe. Hier ist die charakteristische rötliche Färbung besonders deutlich zu erkennen. Foto: Niklas Eppert

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21.09.2020

Vechelde. In Wahle bei Vechelde ist die Rotfäule für die Bauern ein Problem. In einigen Flächen hat sich der Pilz festgesetzt, der an die Substanz der Rüben geht und den Bauern so Umsatzeinbußen beschert. Gemeinsam mit KWS hat die Nordzucker schon vor einigen Jahren eine Versuchsreihe gestartet. Dafür hat eine Familie aus Wahle ihren Acker zur Verfügung gestellt.



Die Rotfäule ist eher ein regionales Problem, erklärt Dr. Kathrin Bornemann von der Nordzucker AG. Von daher liege die Priorität der Züchter nicht auf Resistenzen gegen Rotfäule. Das heiße allerdings nicht, dass der Pilz völlig aus dem Fokus der Verantwortlichen gefallen wäre. Deshalb habe man sich dafür entschieden verschiedene Rübensorten auf ihre schon vorhandene Resistenz zu testen. "Am Ende wollen wir den Bauern sagen können, welche Sorten auch mit Rotfäule im Boden guten Ertrag abwerfen", erklärt Bornemann.

Diesmal werde auf einem Acker der Familie Brenneke getestet. Auf diesem Stück habe die Familie bereits Bekanntschaft mit dem Pilz gemacht, der die Pflanzen vom Boden aus befällt. Zu erkennen ist ein Befall an der charakteristischen rötlichen Färbung auf der Rübe. Die Rotfäule wirke wie ein Parasit auf die Rübe: Sie setze sich in der Rübe fest und ernähre sich vom Zucker. Das bedeute in der Praxis bis zu 25 Prozent Ertragsverlust.


Auf dem Versuchsfeld werden die Rüben per Hand gerodet. Foto: Niklas Eppert


Der unbekannte Pilz


In Wahle haben die Beteiligten auf einem Acker ein keines Feld abgesteckt, auf dem die zwölf Sorten in ordentlichen Reihen und abgegrenzt voneinander eingesät wurden. Die Pflanzen durchliefen ihren normalen Wachstumszyklus, nun sei es an der Zeit sie zu ernten. Gemeinsam mit einigen Helfern von Nordzucker erledigen Andreas und Stefanie Brenneke das per Hand, um den Befall der Pflanzen direkt beurteilen zu können. Kathrin Bornemann sichtet die Rüben, sobald sie aus der Erde sind und beurteilt sie auf einer Skala von eins bis zehn. Je weniger Rotfäule am Rübenkörper, desto besser die Benotung. Eins ist dabei der Optimalfall.

Herauszufinden, welche Sorten auch bei Rotfäule im Boden ertragreich sind, ist auch deswegen wichtig, weil es bislang kein patentes Mittel gegen den Pilz gibt. Ursprünglich käme der Pilz aus der Forstwirtschaft, Zuckerrüben seien seltener betroffen. Ist er jedoch einmal im Boden, so Kathrin Bornemann, verschwände er nur schwierig wieder.

Zudem sei gerade in guten Jahren öfter Befall festzustellen. Je größer eine Rübe werde, desto mehr kleine Risse bildeten sich an ihrer Schale. Die seien das Einfallstor für den Pilz. Hinzu käme, dass ganze LKW-Ladungen an Wert verlören, wenn die Rotfäule in Stichproben nachgewiesen würde. Das kann schwere wirtschaftliche Folgen für die Landwirte bedeuten.


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