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Stadtverwaltung will mehr Gewerbeflächen für alle



Braunschweig

Stadtverwaltung will mehr Gewerbeflächen für alle

von Sina Rühland



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Braunschweig. Braunschweig will neue Wege in der Gewerbeflächevorsorge gehen. Neben der Bereitstellung von produktionsorientierten Gewerbeflächen am Stadtrand soll künftig ein neuer Schwerpunkt auf gemischte Entwicklungsgebiete in der Stadt gelegt werden. Die Stadt sieht mit ihrem Konzept vor, Braunschweig attraktiver für die Wirtschaft zu machen und somit Arbeitsplätze und erhöhte Gewerbesteuereinnahmen in die Stadt zu holen. Eine schnelle Umsetzung kann der städtische Plan jedoch nicht versprechen, da bei vielen möglichen Gebieten die Eigentumsverhältnisse noch fortbestehen. 

„Die große Attraktivität Braunschweigs für viele Betriebe und die damit verbundene erfreulich große Nachfrage nach Gewerbeflächen hat dazu geführt, dass die Stadt Braunschweig derzeit nur noch wenige frei vermarktbare Flächen verfügt“, sagte Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. „Der Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz, die Abteilung Liegenschaften und die Braunschweig Zukunft GmbH haben dafür sämtliche städtischen und privaten Bestandsreserven und potentiellen Gewerbeflächen unter die Lupe genommen.“




In den Fokus kamen dabei vor allem innerstädtische Grundstücke und Immobilien in innenstadtnahen und dennoch an die Autobahn angebundene Lagen. In der Nähe befinden sich oft Universitätsinstitute oder Forschungseinrichtungen sowie städtische Infrastruktur – angefangen von Gastronomie über Kindergärten, eine Haltestelle von Bus oder Straßenbahn, Einkaufs- und Fitnessmöglichkeiten und nicht zuletzt kurze Wege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können.

Mehr Arbeitsfläche und Gewerbesteuereinnahmen



Flächen, die diesen Kriterien genügten, müssten künftig gezielt für die Ansiedlung von wissensbasierten Betrieben genutzt werden, die eine der Stärken Braunschweigs darstellten, betonte der Wirtschaftsdezernent. Die Wissenschaftsstadt Braunschweig sei darauf angewiesen, bei wissensbasierten Unternehmen und Institutionen zu punkten, denn sie würden vergleichsweise viele Arbeitsplätze pro Fläche aufweisen und trügen zu vergleichsweise hohen Steuereinnahmen bei. „Ein Betrieb mit Arbeitsplätzen im städtischen Umfeld hat einen Bonus im Wettbewerb um gut ausgebildete Arbeitskräfte. Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt spielen heutzutage oft eine entscheidende Rolle.“

Ringgleis ist Trumpf


Die Zone um das Ringgleis erweise sich laut Thorsten Warnecke ,Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Umweltschutz, als Trumpf, denn hier vollziehe sich seit Jahren ein Transformationsprozess: "Produktionsbetriebe weichen an den Stadtrand aus und neue innovative und wissensbasierte Betriebe nutzen die freiwerdenden Flächen. Damit entstehen Entwicklungsspielräume, die der Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz nutzen will, um eine stadtstrukturelle Schwäche in eine Stärke zu verwandeln: „Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur können hier ein verträgliches Miteinander eingehen und so eine neue örtliche Identität schaffen.“ So entstehe eine Stadt der kurzen Wege – attraktiv, ökonomisch und ökologisch vernünftig“, so Warnecke.

Beispielflächen




Laut des Konzeptes seien Potenziale beispielsweise im Norden der Stadt zu entdecken von der Roggenmühle über Schimmelhof, Panther-Werke und dem freigewordenen Verwaltungsgebäude der Braunschweiger Zeitung an der Hamburger Straße bis zur leerstehenden Baumarkt-Immobilie an der Berliner Heerstraße. Auch im Dreieck südöstlich vom Hauptbahnhof zwischen Ackerstraße, Helmstedter Straße und Borsigstraße sowie das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk. Auch hier ließen sich laut Konzept Wohnen und Arbeiten gut miteinander gut kombinieren. Im Gespräch ist auch das städtische Harz und Heide Gelände, das geeignet für einen Bürostandort sei.

Der Rat entscheidet


Wirtschaftsdezernent Leppa: „Wenn der Rat diesem Konzept zustimmt, haben wir trotz einschnürender Stadtgrenzen einen guten Ansatzpunkt, eine stadtverträgliche und vorausschauende Gewerbeflächenvorsorge zu betreiben, die dazu neue Anforderungen an Standortqualitäten berücksichtigt.“

Das vollständige Konzept finden Sie hier.


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