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Stolpersteine und Urwald am Bahnhof - Stadt plant für 2017

von Alec Pein


Der schlechte Bodenzustand im Bereich der Stadtbus-Haltestellen ist auch den städtischen Fachdiensten ein Dorn im Auge. Foto: Alec Pein
Der schlechte Bodenzustand im Bereich der Stadtbus-Haltestellen ist auch den städtischen Fachdiensten ein Dorn im Auge. Foto: Alec Pein

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22.02.2016


Goslar. Handlungsbedarf sahen Verwaltung und Bauausschuss in der Sitzung am vergangenen Donnerstag für den Bahnhofsvorplatz. Auf der Tagesordnung tauchte das Thema durch Anträge von CDU und Grünen auf: Beide Fraktionen forderten mehr Parkplätze am Bahnhof, beziehungsweise eine sinnvolle Nutzung der Brachfläche "Alter Zirkusabladeplatz". Die Verwaltung reagierte mit einer umfangreichen Sitzungsvorlage.

Die Verwaltungsvorschläge, die mit einer Gegenstimme eine deutliche Mehrheit fanden, sehen die kurzfristige Ausarbeitung eines Konzepts für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf Grundlage der Planungen von 1997 sowie die Zwischennutzung des brachliegenden Grundstücks bis zu dessen Vermarktung vor. Mittel sollen 2017 bereitgestellt werden. Bereits in seiner Neujahrsrede versicherte auch Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, dass man sich in diesem Jahr um den Bahnhofsvorplatz "kümmern" werde. Seit der Fertigstellung des Zentralen Omnibusbahnhofs im Jahr 2000 sind einige Bereiche des Bahnhof vernachlässigt worden.

Urwald und Stolpersteine



Das Baugrundstück "Alter Zirkusabladeplatz" am Bahnhof. Foto:



Stolperfallen im Bereich der Stadtbus-Haltestellen und ein "Urwald", wie CDU-Ratsfraktionsmitglied Ralf-Peter Jordan den alten "Zirkusabladeplatz" während der Sitzung betitelte, seien Dinge die in Angriff genommen werden sollen. Städtebaulich müsse dort etwas passieren und für den derzeitigen Zustand "kann man sich nur schämen", so Jordan. Helmut Borrmann vom Fachdienst Stadtplanung äußerte zum ersten Punkt der Sitzungsvorlage, er wolle sich nicht vorstellen wie es für ältere Bürgerinnen und Bürger sei, im Bereich der Stadtbus-Haltestellen umsteigen zu müssen. Für das Parkplatz-Provisorium hatte er allerdings nicht viel übrig:  Es wäre für den Zirkusabladeplatz ein Gebäude im Gesamtbild attraktiver als eine Parkfläche. Bereits in der Bauausschussstitzung im Dezember 2015 ließ Borrmann das Interesse der Stadt durchblicken, einen finanzkräftigen Hotelier für das Grundstück  zu finden (regionalheute.de berichtete).

Keine Mehreinnahmen bei mehr Parkplätzen


Mit den geschätzten 62.000 Euro sei ein provisorischer Parkplatz auf dem verwilderten Grundstück am Bahnhof dann doch teurer als vermutet, so Holger Plaschke (Bündnis90/Die Grünen). Seine Fraktion, die bereits im Februar 2015 einen Antrag für mehr Parkfläche am Bahnhof stellte, habe eher mit der Hälfte gerechnet. Mathias Brand vom städtischen Fachdienst Tiefbau merkte an, dass bei guter zeitlicher Planung Einsparungen möglich seien. Vorerst müsse geklärt werden wie mit vorhandenen Altlasten umgegangen werde, äußerte sich Henning Wehrmann (Bürgerliste Goslar) wie gewohnt kritisch. Er befürchtete unberechenbare Folgekosten, die sich am Ende nicht durch die Einnahmen aus Parkgebühren rückfinanzieren ließen und schlug stattdessen eine Investition in den Parkbereich Bolzenstraße vor. Die Befürchtung bestätigte auch die auch die Verwaltungsvorlage. Neben dem Argument, dass es für provisorische Maßnahmen keine Fördermittel geben werde, zog man am Ende das Fazit, es seien weder positive Effekte für die Innenstadt zu erwarten, noch könne von signifikanten Mehreinnahmen ausgegangen werden. Dennoch will man eine Herrichtung und zwischenzeitliche Nutzung des Geländes als Parkfläche weiter prüfen.


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