Sie sind hier: Region >

Straßenbenennung nach Wilhelm Bohnhorst abgelehnt



Goslar

Straßenbenennung nach Wilhelm Bohnhorst abgelehnt

von Alec Pein


Symbolfoto: Anke Donner
Symbolfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner

Artikel teilen per:




Goslar. Im Bauausschuss wurde am Montag ein FDP-Antrag abgelehnt, der eine Straßenbenennung, in Vienenburg oder am Fliegerhorst, nach dem ehemaligen Oberfeldwebel Wilhelm Bohnhorst vorsah. In der Wehrmacht diente er zwischen 1944 und März 1945 als Ausbilder in der Hitler-Jugend und habe dort, so wird der Antrag begründet, einer Gruppe Jugendlicher das Leben gerettet. Die Gegenargumente: Bohnhorsts Geschichte basiere auf "Hörensagen" und eine Prüfung der Hintergründe sei auch in finanzieller Hinsicht aufwendig. Da die FDP im Bauausschuss nicht stimmberechtigt ist, wurde einstimmig gegen den Antrag votiert.

Dem Befehl, sich im Harz gegen die vorrückenden Amerikaner zu stellen, habe sich Bohnhorst widersetzt und gar einen Bannführer eingesperrt, um die 16-jährigen vom Einsatz entlassen zu können. Eine Geschichte die auf "Hörensagen" basiere, fanden die Ausschussmitglieder am Montag. Fachdienstleiter Helmut Borrmann gab zu bedenken, dass in einem solchen Fall die historischen Hintergründe ausgiebig geprüft werden müssten, um "böse Überraschungen", wie sie von den Sitzungsteilnehmern befürchtet wurden, ausschließen zu können. Damit gehe ein nicht unerheblicher finanzieller Aufwand einher. Im Bereich Fliegerhorst wolle man den Interessen der neuen Eigentümer zudem nicht vorgreifen und seitens der Verwaltung über Straßennamen in diesem Gebiet entscheiden. Außerdem, so war man sich auch einig, gebe es bereits eine Liste mit Namensvorschlägen für Straßen, die erst einmal abgearbeitet werden müsste. Warum die FDP Wilhelm Bohnhorst nicht für diese Liste vorgeschlagen hat, sondern direkt eine Straßenbenennung forderte, war nicht zuletzt Karen Haase (SPD) unverständlich. Dagegen war wiederum Henning Wehrmann (Bürgerliste Goslar) mit dem "Hörensagen"-Argument. Insbesondere müsse der Umstand stutzig machen, dass Bohnhorst noch im Jahr 1945 "voller Überzeugung die Ausbildung betrieben" habe.


zur Startseite