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"Stunde der Wintervögel" startet morgen - Hat sich die Blaumeise wieder erholt?

Im Frühjahr wurden zehntausende Blaumeisen durch eine bakterielle Krankheit getötet. Der "NABU" interessiert sich bei der jetzt startenden "Stunde der Wintervögel" insbesondere dafür, ob die Bestände sich erholt haben.

Die Blaumeise steht im Mittelpunkt der diesjährigen Stunde der Wintervögel. Im Frühjahr vielen etliche tausend Vögel einer Epidemie zum Opfer.
Die Blaumeise steht im Mittelpunkt der diesjährigen Stunde der Wintervögel. Im Frühjahr vielen etliche tausend Vögel einer Epidemie zum Opfer. Foto: Frank Derer

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07.01.2021

Region. Vom morgigen Freitag bis zum 10. Januar zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Vogelfreundinnen und -freunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so Philip Foth vom NABU Niedersachsen in einer Pressemitteilung. Im Fokus stehe dabei die Blaumeise, die im Frühjahr 2020 durch eine Epidemie dezimiert worden war (regionalHeute.de berichtete). Haben sich die Bestände erholt?



Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt, über 15.000 davon allein in Niedersachsen. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Fachleute des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

Die Blaumeise im Fokus


„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so Philip Foth, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen waren die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz. Für die Fachleute ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Die Top Ten der Wintervögel


Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der „Stunde der Wintervögel“ beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

So kann man mitmachen


Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“ ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.


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