Telenotfallmedizin in Niedersachsen geht in den Regelbetrieb

Die Kick-off-Veranstaltung fand am heutigen Dienstag in Goslar statt.

Im Januar 2021 startete der Landkreis Goslar das Pilotprojekt „Telenotfallmedizin“. Inzwischen ist es auf Landesebene angekommen. Archivbild
Im Januar 2021 startete der Landkreis Goslar das Pilotprojekt „Telenotfallmedizin“. Inzwischen ist es auf Landesebene angekommen. Archivbild | Foto: Landkreis Goslar

Goslar. Mit der Kick-off-Veranstaltung am heutigen Dienstag beim Landkreis Goslar ist der letzte Schritt für den Übergang der Telenotfallmedizin vom Pilotprojekt in den landesweiten Regelbetrieb eingeleitet worden. Darüber berichtet das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung in einer Pressemitteilung.



Das umfangreiche und mehrstufige Vergabeverfahren für das telenotfallmedizinische System ist abgeschlossen. Die Firma Corpuls übernimmt die technische und organisatorische Umsetzung des landesweiten Systems mit der Systemeinrichtung, der Inbetriebnahme sowie der Schulung der beteiligten Notärztinnen und Notärzte. Es wurde gemeinsam festgehalten, wann und wie in den kommenden Wochen in den Regelbetrieb und damit auf die neue Software umgeschaltet wird.

Flächendeckend etablieren


Ziel sei es, die Telenotfallmedizin flächendeckend zu etablieren und die Qualität sowie Effizienz der Notfallversorgung in Niedersachsen nachhaltig zu verbessern. Die Koordinierungsstelle Telenotfallmedizin Niedersachsen in Goslar unterstützt den Regelbetrieb fachlich und organisatorisch. Bei der Telenotfallmedizin schaltet der Rettungsdienst bei ausgewählten Einsätzen speziell ausgebildete Notärztinnen und Notärzte per Audio- oder Videoübertragung hinzu.

Die Teilnehmer der heutigen Veranstaltung.
Die Teilnehmer der heutigen Veranstaltung. Foto: Landkreis Goslar


Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, freut sich über diesen technischen Fortschritt: „Indem Notärztinnen und -ärzte am Einsatzort hinzugeschaltet werden, kann das Rettungspersonal vor Ort Entscheidungen schneller treffen und Behandlungen frühzeitig einleiten. Die Ressourcen des Rettungsdienstes können somit gezielter eingesetzt werden. Mit dem Übergang in den Regelbetrieb beginnt eine neue Phase der landesweiten telenotfallmedizinischen Versorgung. Sie ist ein wesentlicher Baustein für eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten sowie unserer Einsatzkräfte.“

Der Landkreis Goslar bringt seine Erfahrungen aus der bisherigen Aufbauphase im Rahmen des Pilotprojektes zur Telenotfallmedizin ein und unterstützt die Umsetzung auf regionaler Ebene in enger Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen.

Im Landkreis Goslar erprobt


Der Landrat des Landkreises Goslar, Dr. Alexander Saipa, erklärt: „Für uns stellt der Übergang der telenotfallmedizinischen Versorgung in den rettungsdienstlichen Regelbetrieb auch eine Art Belohnung für die bisher geleistete Arbeit dar. Vieles was wir in den vergangenen Jahren erprobt und entwickelt haben, wird nun zum Standard in der notärztlichen Versorgung. Dem Land danke ich für das Vertrauen, uns den Betrieb der Koordinierungsstelle für die Telenotfallmedizin in Niedersachsen übertragen zu haben, und unseren Notärzten sowie Notfall- und Rettungssanitätern danke ich für die herausragende Arbeit und erlangte Expertise der vergangenen Jahre.“

Hier gibt es das schon


In Niedersachsen sind von insgesamt 50 Rettungsdienstbereichen bereits 16 vollständig an der Telenotfallmedizin angeschlossen. Das sind: Landkreis Goslar, Landkreis Northeim, Stadt Hildesheim, Landkreis Hildesheim, Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Landkreis Schaumburg, Stadt Braunschweig, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Stadt Wolfsburg, Landkreis Rotenburg (Wümme), Landkreis Harburg, Stadt Salzgitter, Stadt Oldenburg, Landkreis Vechta und der Landkreis Cloppenburg.

In den kommenden Monaten werden dann alle weiteren Rettungsdienstbereiche in Niedersachsen aufwachsend angeschlossen, sodass mittelfristig ganz Niedersachsen von dem telemedizinischen Versorgungssystem profitieren wird. Das Vertragsvolumen beträgt voraussichtlich insgesamt etwa 15 Millionen Euro über die Vertragslaufzeit von insgesamt acht Jahren. Die Finanzierung erfolgt zunächst aus Mitteln des Landeshaushalts, wobei eine Refinanzierung durch die Krankenkassen als Kostenträger zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.