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Ultras Braunschweig: Mitglied nach nur 20 Minuten freigesprochen

von Christina Balder



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08.08.2014


Braunschweig/Mönchengladbach. Am 6. August 2014 endete ein Prozess vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht gegen eine Person aus dem Umfeld der antifaschistischen Gruppe Ultras Braunschweig mit Freispruch - nach 20 Minuten auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Der 30-Jährige war wegen Körperverletzung angeklagt gewesen - bei einem Auswärtsspiel der Eintracht gegen Borussia Mönchengladbach war es am 20. September 2013 zu einem Zusammenstoß zwischen rechten Braunschweiger Hooligans und den antirassistischen Ultras gekommen.

Der Anwalt des nicht vorbestraften Angeklagten erklärte, sein Mandant habe sich nur gegen die Angriffe der rechten Hooligans gewehrt. Zu diesem Schluss kam auch das Gericht. Denn der Braunschweiger war gefilmt worden - und die Aufnahmen zeigten dem Gericht, dass tatsächlich Notwehr der Grund für die Schläge des Mannes waren. Die Zeugen, die geladen waren, mussten nicht mehr gehört werden. Die Staatsanwaltschaft selbst beantragte den Freispruch und nahm damit ihre eigene Anklage zurück.

Die Ultras Braunschweig teilen in einer Pressemitteilung mit, dass sie mit dem in Mönchengladbach gefällten Urteil zufrieden sind. "Aus dem Urteilsspruch der Richterin lässt sich ableiten, dass die Anklage auf selektivem Bildmaterial beruhte, welches nicht den Kontext der Situation widerspiegelte", heißt es in der Mitteilung.

Die Fan-Gruppierung wirft dem Szenekundigen Beamten (SKB) aus Braunschweig vor, er habe das Bildmaterial so ausgewählt, dass der Eindruck entstand, der Angeklagte sei von sich aus aggressiv gewesen. "Aus unserer Sicht kann hierbei nur von einem Versuch gesprochen werden, Personen aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig zu kriminalisieren, um den eigentlichen Vorfall, einen politisch motivierten Angriff auf unsere Gruppe, herunterzuspielen", schreiben die Ultras. Vor diesem Hintergrund müsse man die Einrichtung der Szenekundigen Beamten hinterfragen.

Ferner fordern die Ultras die sofortige Aufhebung des Stadionverbots, das die Eintracht im vergangenen Herbst gegen die Gruppe verhängt hat. Es sei "rechtlich grundlos", argumentieren die Ultras.


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