Braunschweig / Salzgitter. Vergangene Woche berichtete regionalHeute.de darüber, was mit Briefwahlstimmzetteln passiert, die zu spät im zuständigen Wahllokal eintreffen. Sie werden nicht mitgezählt. Keine Auskunft konnte uns die Landeswahlleitung allerdings darüber geben, wie oft so etwas vorkommt. Daher fragten wir bei einigen Kommunen nach den dortigen Erfahrungswerten. Wie berichtet, kam es in der Stadt Wolfenbüttel zu einer auffälligen Häufung bei der Stichwahl. In Braunschweig und Salzgitter sieht die Sache anders aus.
Bei der Hauptwahl am 13. September gingen bei der Stadt Wolfenbüttel ungefähr 45 Wahlbriefe verspätet ein, zur Stichwahl des Landrates am 27. September hingegen zirka 400 Stück. Welche Erklärung die Stadt dafür hat, kann man im Artikel "Zu spät kommende Briefwahlstimmzettel: Das war in Wolfenbüttel auffällig" nachlesen.
So lief es in Salzgitter
In Braunschweig und Salzgitter gab es dieses Problem offenbar nicht. Kristina Branz aus der Pressestelle der Stadt Salzgitter, die knapp doppelt so viele Einwohner hat wie Wolfenbüttel, berichtet auf Anfrage: "Mit Stand vom 1. Oktober 2026 sind für die Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl in Salzgitter am 13. September insgesamt 42 Wahlbriefe verspätet eingegangen. Bei der Stichwahl am 27. September waren es 41 Wahlbriefe." Wenn man die deutlich niedrigere Wahlbeteiligung bei der Stichwahl berücksichtigt, sind dies prozentual gesehen dann zwar auch mehr, aber bei weitem nicht so viel wie in Wolfenbüttel.
Anderer Trend in Braunschweig
Für die Stadt Braunschweig mit knapp fünfmal so vielen Einwohnern wie Wolfenbüttel schreibt Shirin Schönberg: "Bei der aktuellen Kommunalwahl sind zirka 250 bis 300 Wahlbriefe verspätet im Wahlamt eingetroffen. Bei der Stichwahl liegen aktuell deutlich weniger verspätete rote Briefe vor." Konkrete Zahlen für die Stichwahl werden nicht genannt, aber offenbar wird der Trend aus der Lessingstadt nicht bestätigt.
regionalHeute.de fragte auch nach Vergleichswerten bei den letzten Landtags- und Bundestagswahlen. Aus Salzgitter heißt es dazu: "Für die letzte Bundestags- und Landtagswahl können wir Ihnen aktuell aufgrund von Urlaubsabwesenheiten leider keine genauen Vergleichszahlen nennen. Besondere Auffälligkeiten sind jedoch nicht bekannt", so Kristina Branz.
"Es war nicht auffällig"
Ausführlicher äußert sich hierzu die Stadt Braunschweig. "Diese Zahlen werden von uns nicht standardmäßig erhoben. Die zu spät eintreffenden Wahlbriefe werden gesammelt und mit den restlichen Unterlagen eingelagert, bis die Landeswahlleitung sie zur Vernichtung freigibt. Eine zahlenmäßige Erfassung ist nicht vorgesehen", so Shirin Schönberg. Zur letzten Landtags- und Bundestagswahl könne man daher nur sagen, dass es nicht auffällig war.
Bezüglich der letzten Bundestagswahl wäre es nach Ansicht der Stadt nicht verwunderlich gewesen, wenn aufgrund des extrem kurzen Zeitraumes, der für die Briefwahl zur Verfügung stand, die Zahl etwas erhöht gewesen wäre. Insgesamt seien aber von 55.000 ausgegebenen Briefwahlunterlagen nur 2.000 nicht mit ausgezählt worden. Dazu gehörten allerdings nicht nur verspätet eingetroffene Wahlbriefe, sondern auch Unterlagen, die aus anderen Gründen nicht mit ausgezählt werden konnten (zum Beispiel, weil die Wähler sie gar nicht zurückgeschickt haben oder sie zurückgewiesen wurden, weil bestimmte formale Voraussetzungen nicht erfüllt waren). "Das ist für diese Umstände ein sehr niedriger Wert", so Schönberg.
Wähler ist verantwortlich
Generell stellt man seitens der Stadt fest: In der Regel werden die beantragten Unterlagen vom Wahlamt am nächsten Werktag nach Eingang des Antrages verschickt. Für die rechtzeitige Zurücksendung der Briefwahlunterlagen sind die Wähler verantwortlich.

