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Verwaltung weist Kritik an Naturschutzgebiet zurück



Braunschweig

Verwaltung weist Kritik an Naturschutzgebiet zurück

von Marian Hackert


Im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode wurde jüngst Kritik zum geplanten Naturschutzgebiet laut. Foto: Marian Hackert
Im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode wurde jüngst Kritik zum geplanten Naturschutzgebiet laut. Foto: Marian Hackert

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Braunschweig. Jüngst wurde die Umwandlung des Mascheroder Holzes in ein Naturschutzgebiet im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode diskutiert (regionalHeute.de berichtete). Die im Laufe der Sitzung geäußerte Kritik, weist die Verwaltung in einem offiziellen Schreiben gegenüber unserer Online-Zeitung vehement zurück.



Im jüngsten Stadtbezirksrat verständigten sich SPD und CDU auf einen fraktionsübergreifenden Antrag. Dieser sieht eine generelle Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtbezirk in die Planungen zum Naturschutzgebiet und das Einfrieren des Verfahrens vor. Ebenso sei eine intensive Einbindung der Eigentümer und des Stadtbezirksrates in zukünftige Entscheidungen zu gewährleisten.Bezirksbürgermeister Jürgen Meeske verwies im Rahmen der Sitzung zudem ausdrücklich auf die unzureichende Einbindung des Stadtbezirksrats. Laut Aussage der CDU-Fraktion im Rahmen der Diskussion des Bezirksrats ähnele die bisherige Art der Kommunikation und die generelle Vorgehensweise einem Diktat der unteren Naturschutzbehörde.

Aussagen im Stadtbezirksrat unzutreffend


Diesen Aussagen entbehren laut Stadtsprecher Rainer Keunecke jeder Grundlage. So treffe es nicht zu, dass keine Einbeziehung in die Planungen erfolgt sei. Die Verwaltung habe über die gesetzlichen Erfordernisse hinaus erhebliche Anstrengungen unternommen, um Akteure, die durch die geplante Naturschutzgebietsverordnung potentiell berührt werden könnten, miteinzubeziehen.


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Das Mascheroder Holz soll schon bald zu einem Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Symbolfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner



So seien unter anderemdie Forstgenossenschaften Mascherode und Rautheim als Eigentümer bereits mehrfach in die Planungen eingebunden worden. Schon während der Erstellung der Verordnungsentwürfe fand laut Keunecke ein reger Austausch sowie zwei Gesprächstermine statt. Die Verwaltung sei im Verfahren zudem bereits auf bekannte „Nutzer“ des Waldgebietes zugegangen, um insoweit möglichst konkrete Nutzungsinformationen zu erlangen und diese bei den Planungen zu berücksichtigen. In diesem Rahmen seien bereits Gespräche mit dem Waldforum Riddagshausen, der städtischen Kindertagesstätte Südstadt, dem TV Mascherode und der Grundschule Mascheroder Holz geführt worden. In den Gesprächen wurde eine Unterschutzstellung des Mascheroder- und Rautheimer Holzes als Naturschutzgebiet im Grundsatz nicht kritisch gesehen beziehungsweise sogar begrüßt, berichtet der Stadtsprecher. Jedoch sollten die bisherigen Nutzungen der Waldflächen weiterhin in ähnlichem Umfang möglich bleiben. Dies widerspreche in den angegebenen Bereichen nicht den Erhaltungszielen sowie dem Schutzzweck und wird somit auch grundsätzlich möglich sein.

Plan ist öffentlich einsehbar



Ferner verweist Keuneckeauf einen Erörterungstermin zu der geplanten Naturschutzgebietsverordnung bei Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer mit Bezirksbürgermeister Jürgen Meeske sowie Vertretern der unteren Naturschutzbehörde. Im Rahmen dieser Besprechung wurden konkrete Kritikpunkte genannt, die im Rahmen der Besprechung erörtert worden seien. Es sei ferner vereinbart worden, dass die Verwaltung dem Stadtbezirksrat eine Mitteilung zukommen lässt, in dem die genannten Punkte seitens der Verwaltung erläuternd dargestellt werden sollten. Dem sei die Verwaltung durch Mitteilung vom 9. August 2017 nachgekommen.

Während des förmlichen Verfahrensabschnittes der öffentlichen Auslegung der geplanten Naturschutzgebietsverordnung (bis zum 2. Oktober 2017) konnte sodann jeder Bürger - und damit auch der Stadtbezirksrat beziehungsweise seine Mitglieder - Anregungen und Änderungswünsche zu der geplanten Naturschutzgebietsverordnung einbringen. Somit war auch jedem Ratsmitglied der Zugang zu der öffentlich ausgelegten Verordnungsfassung möglich, erörtert Stadtsprecher Rainer Keunecke weiter.Die in diesem Rahmen erfolgten Einwendungen würden derzeitbearbeitet, geprüft und gegebenenfalls in die Verordnung eingearbeitet. Die überarbeitete Fassung der beabsichtigten Naturschutzgebietsverordnung werde im Anschluss in die politischen Gremien gegeben. Die abschließende Beschlussfassung obliege dem Rat, so Keunecke.

Naturschutzgebiet für alle zugänglich


Die Aussage, dass„der Zutritt lediglich den Eigentümern, Behördenvertretern und Jägern erlaubt sein“ werde, bezog sich auf eine Mitteilung der vom SPD-Ortsverband herausgegebenen Zeitung "Südnachrichten", in welchem die vermeintlichen Verbote detailliert dargestellt wurden.Auch dieseAussage sei laut Stadtsprecher Rainer Keunecke falsch. Analog zum beliebten Naturschutzgebiet Riddagshausen werde das Naturschutzgebiet auf den Wegen allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein und könne zur Erholung und zum Spazierengehen genutzt werden. Einschränkungen bestünden lediglich abseits der Wege. Aber geplant sei unter anderem ein Naturerfahrungsbereich. Innerhalb dieses Bereichs soll das Betreten des geplanten Naturschutzgebiets uneingeschränkt möglich sein. Kinder sollen in den Randbereichen der Wege spielen können, so Keunecke.

Es treffe daher nicht zu, dass keine Schulexkursionen mehr möglich wären. Für die Nutzer der Sportanlage des TV-Mascherode sowie des Schießstandes des KKS Mascherode seien keine Einschränkungen zu befürchten, da diese im Mascheroder Holz nicht Bestandteil des Naturschutzgebietes werden sollen. Vielmehr werden die Anlagen der beiden Vereine erstmalig von jedweder Schutzgebietsüberlagerung ausgenommen. Auch die Flutlichtnutzung könne im bisherigen Rahmen uneingeschränkt weiterhin erfolgen.Dies ermögliche einen ausgewogenen Ausgleich zwischen dem berechtigten Nutzungs- und Erholungsinteresse der Bürger auf der einen Seite und den Belangen des Naturschutzes auf der anderen Seite, teilt Stadtsprecher Rainer Keunecke mit.

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