„Walking Bus“ und „Gelbe Füße“: Schulweg soll sicherer werden

5. Februar 2019 von
Der Weg zur Schule soll noch sicherer werden in Salzgitter. Symbolfoto: Anke Donner
Salzgitter. Insgesamt 22 Schulwegunfälle mit Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren ereigneten sich in der Stadt in den Jahren 2013 bis 2017. Trauriger Höhepunkte war der tödliche Unfall im August 2017. Grund genug für ein neues Konzept zur Optimierung der Schulwegsicherheit. Dieses wird am heutigen Dienstag dem Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung vorgestellt.

Bereits im November 2017 wurde die Verwaltung vom Rat der Stadt beauftragt, ein Konzept für sichere Schulwege für alle Schulen in Salzgitter vorzulegen. Darin sollten bauliche, verkehrsrechtliche und pädagogische Maßnahmen einbezogen werden.

Hierfür wurde die Projektgruppe „Schulwegsicherheit“ gebildet, in der Mitglieder der Politik und Verwaltung, die KVG, die Polizei, die Verkehrswacht, die Kinderkommission, die Interessengemeinschaft Schulleitung Salzgitter (InGeSchul), der Stadtelternrat, der Stadtschülerrat sowie der Braunschweigischer Gemeinde-Unfallversicherungsverband vertreten sind. Diese Gruppe hat nun das „Konzept zur Optimierung der Schulwegsicherheit in der Stadt Salzgitter“ vorgelegt. Hierüber soll letztlich der Rat entscheiden.

Die Verwaltung würde im Falle des Beschlusses beauftragt, die in dem Konzept aufgeführten Optimierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren schrittweise umzusetzen und halbjährlich in der Projektgruppe „Schulwegsicherheit“ sowie in den entsprechenden Fachausschüssen über den Stand der Umsetzung des Konzeptes zu berichten.

„Schulwege sind grundsätzlich sicher“

Vor dem Hintergrund, dass die Schulwege in der Stadt Salzgitter grundsätzlich als sicher einzustufen seien und darüber hinaus die angespannte Finanzsituation der Stadt Salzgitter keine flächendeckenden Baumaßnahmen, bei denen ein direkter Eingriff in den Straßenkörper erfolgt, zulasse, habe sich die Projektgruppe „Schulwegsicherheit“ darauf verständigt, vorrangig gesamtstädtische, nicht-bauliche und somit kostengünstige oder kostenneutrale Maßnahmen zu ergreifen, die dennoch einen entscheidenden Beitrag zur Optimierung der Schulwegsicherheit leisten.

Folgendes ist zunächst geplant:

Schulwegpläne

  • Erstellung von Schulwegplänen für alle Grundschulen in Salzgitter bis zum Schuljahresbeginn 2020/2021.
  • Regelmäßige Überprüfung (Frühjahr eines jeden Jahres) der bestehenden Schulwegpläne auf Aktualität und Überarbeitung im Bedarfsfall
  • Bereitstellung der Schulwegpläne sowohl in Papierform als auch digital auf der jeweiligen Schulhomepage sowie auf der Homepage der Stadt Salzgitter (zum Beispiel unter der noch anzulegenden Rubrik „Schulwegsicherheit“).

Aktion „Gelbe Füße“

  • Nachdem entsprechende Schulwegpläne erstellt wurden, sollen im Rahmen der Schulanfangsaktion im nahen Umfeld – sowie an entfernteren Gefahrenstellen – jeder Grundschule in Salzgitter „gelbe Füße“ aufgetragen werden.

Elterntaxis

  • Durchführung des Projektes „Die Fußgänger-Profis“ an der Grundschule Kranichdammschule.
  • Stadtelternrat und InGeSchul sollen gebeten werden, in der Elternschaft kontinuierlich auf die Missstände in Bezug auf die Elterntaxis hinzuweisen und um Unterstützung bei der Problembewältigung zu bitten.
  • Die Schulkinder sollen als Botschafter für das Thema „Elterntaxis“ sensibilisieren und so die Eltern zu einem Umdenken bewegen.

Aktion „Walking Bus“

  • Planung und Durchführung der Aktion „Walking Bus“ an einer Schule im Stadtgebiet. Der „Walking Bus“ besteht aus einer Gruppe von fünf bis acht Grundschulkindern, die in Begleitung eines Erwachsenen gemeinsam auf einer vorher festgelegten Route zu Fuß zur Schule und nach dem Unterricht wieder zurück nach Hause gehen. 

Mobilitäts- und Verkehrserziehung

  • Die Schulen im Stadtgebiet sollen um Input bezüglich des benötigten Unterstützungsbedarfs gebeten werden.
  • Durchführung einer Bestands- und Bedarfsanalyse an den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet.

Schülerlotsendienst

  • Installation eines Schülerlotsendienstes an einer „Pilotschule“.
  • Prüfung, ob Ehrenamtliche als Verkehrshelfer gewonnen werden können.
  • Anfrage bei der KVG bezüglich der Einrichtung eines Buslotsendienstes.

Aufbauend auf diesem Konzept sollen sodann schulspezifische Problemlösungen folgen. 

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