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"Wir sind selber schuld" - Frank Oesterhelweg zur aktuellen CDU-Krise

Im Interview mit regionalHeute.de äußert sich der regionale CDU-Chef zum aktuellen Zustand seiner Partei auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Dabei findet er wie immer klare Worte.

von Werner Heise und Alexander Dontscheff


Frank Oesterhelweg (li.) mit regionalHeute.de Chefredakteur Werner Heise Foto: Thomas Stödter / Video: Thomas Stödter

Wolfenbüttel. Die CDU steckt derzeit ohne Zweifel in einer Krise. Das Ende der Ära Merkel bedeutet wohl auch eine Oppositionsrolle im Bund. Das Ergebnis bei der Bundestagswahl war das schlechteste in der Geschichte der Partei. Und auch auf kommunaler Ebene setzte es in unserer Region überwiegend Niederlagen. Frank Oesterhelweg, Wolfenbütteler Landtagsabgeordneter und CDU-Chef der gesamten Region stand regionalHeute.de für ein Interview zur Verfügung, in dem er nicht nur die aktuelle Krise einordnet, sondern auch einen Blick in die Zukunft wagt. Schließlich ist in nicht einmal einem Jahr Landtagswahl.


"Es war die verheerendste Niederlage, die die CDU je erlebt hat. Und wir sind selber schuld", findet Frank Oesterhelweg klare Worte zum Ausgang der Bundestagswahl. Als Gründe sieht der Landtagsvizepräsident unter anderem die Tatsache, dass man sich bei der Auswahl des Kanzlerkandidaten über die Basis hinweg gesetzt habe. Armin Laschet sei ein guter Ministerpräsident gewesen und habe durchaus Verdienste gehabt. Es sei ihm aber nicht gelungen, die Herzen der Menschen zu erobern. Zudem habe er es versäumt, ein Team von Persönlichkeiten an seine Seite zu stellen. Außerdem habe man es nicht geschafft, im Wahlkampf die Kernkompetenzen der CDU in den Vordergrund zu stellen.


Basis besser einbinden


Nun gelte es, wenn die Niederlage aufgearbeitet sei, wieder Geschlossenheit innerhalb der CDU zu erreichen. Bei der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden solle die Basis mehr eingebunden werden. Er selber sympathisiere zwar mit einer direkten Entscheidung der Basis, dies könne sich die Partei derzeit aus zeitlichen Gründen aber nicht leisten. Bei der SPD habe es immerhin fünfeinhalb Monate gedauert. Bei der Findung eines neuen Vorsitzenden müssten aber diesmal die Delegierten auch das Votum ihrer jeweiligen Basis ernst nehmen.


Die schlechten Ergebnisse der CDU bei der Kommunalwahl sieht Oesterhelweg auch größtenteils im Bundestrend begründet. Eine Ausnahme stelle die Stadt Wolfenbüttel dar. Hier habe es innerhalb der eigenen Partei Gegenwind für den eigenen Bürgermeisterkandidaten gegeben. Als "schäbig" bezeichnet der CDU-Chef das Verhalten der betreffenden Personen, die inzwischen aus der Partei ausgetreten seien.

Weitere Themen


Im weiteren Verlauf des knapp einstündigen Interviews nimmt Frank Oesterhelweg Stellung zu weiteren Themen wie seinem angespannten Verhältnis zu Wolfenbüttels scheidendem Bürgermeister Thomas Pink, zur Situation der CDU im Wolfenbütteler Kreistag sowie zu den Problemen der CDU, jünger und weiblicher zu werden. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die Landtagswahl am 9. Oktober 2022. Ob er selbst noch einmal antreten will, lässt er allerdings offen.


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