Berlin. Angesichts der öffentlichen Debatte über niedrige Gasspeicherfüllstände mahnt die Wirtschaftsweise Veronika Grimm zur Besonnenheit. "Ich halte es für sinnvoll, jetzt noch abzuwarten", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Zwar sei die Sorge vor steigenden Preisen berechtigt. "Aber es muss klar sein, dass hohe Mindestfüllstände genau wegen der hohen Preise abgeschafft wurden, die daraus resultieren", erklärte die Ökonomin.
Grimm bezog sich damit auf die Diskussion rund um die deutschen Gasspeicher, deren Füllstand zuletzt bei 51 Prozent lag. Das ist deutlich niedriger als noch vor einem Jahr. Es gibt gesetzliche Füllstandsvorgaben, die 2025 gesenkt wurden.
Grimm plädierte für mehr langfristige Verträge und eine Diversifizierung der Vertragsstrukturen. "In der öffentlichen Diskussion geht es viel um die kurzfristigen Maßnahmen. Die langfristigen Maßnahmen schiebt man gerne vor sich her", kritisierte sie. Es gebe eine starke Abhängigkeit vom Spotmarkt-Preis, der in Krisen "auch mal massiv nach oben gehen" könne. "Zudem sind wir stark von den USA abhängig, was LNG-Gas angeht", fügte die Wirtschaftsweise hinzu. "Wir müssten wirklich etwas tun, um uns mittelfristig resilienter aufzustellen - sonst sind wir dauernd im Krisenmodus."
Wirtschaftsweise Grimm: Bei Gaspreisen Besonnenheit wahren
Angesichts der öffentlichen Debatte über niedrige Gasspeicherfüllstände mahnt die Wirtschaftsweise Veronika Grimm zur Besonnenheit.
Gasspeicher (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?
Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen
