Wolfenbüttel

Woche der Wiederbelebung: Helfen, wenn Not am Mann ist


Nicht immer ist im Notfall ein Defibrillator (AED) greifbar. Dann ist „Handarbeit“ gefragt. Besonders ist die Herzdruckmassage und die kann man bereits im Kindesalter lernen. Genau hier setzt die Woche der Wiederbelebung an. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Nicht immer ist im Notfall ein Defibrillator (AED) greifbar. Dann ist „Handarbeit“ gefragt. Besonders ist die Herzdruckmassage und die kann man bereits im Kindesalter lernen. Genau hier setzt die Woche der Wiederbelebung an. Foto: Stadt Wolfenbüttel Foto: Stadt Wolfenbüttel

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13.09.2016

Wolfenbüttel. Prüfen. Rufen. Drücken. Jeder kann lernen, im Notfall zu helfen und damit ein Menschenleben zu retten. Vom 19. bis 25. September findet die bundesweite Woche der Wiederbelebung statt. Bürgermeister Thomas Pink hat für Wolfenbüttel die Schirmherrschaft übernommen.



Das Städtische Klinikum, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Braunschweiger Land, die weiterführenden Schulen in der Stadt Wolfenbüttel, die DLRG und die ADAC-Luftrettung beteiligen sich mit mehreren Aktionen gemeinsam daran. „Bisher greifen in Deutschland rund 30 Prozent der Menschen ein, wenn jemand nach einem Herzstillstand Hilfe benötigt. Erfreulich ist, dass sich diese Zahl durch die zahlreichen Aktionen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat. Noch vor kurzer Zeit waren es nur rund 17 Prozent. Jeder sollte wissen, wie er in Notfällen helfen kann“, erklärt Dr. Ulrich Heida, Oberarzt und Rettungsmediziner am Klinikum.

„Jemand, der einen Herzstillstand erlitten hat, benötigt sofort Hilfe. Doch viele Menschen wissen nicht, was dann zu tun ist oder sie wagen es nicht. Dabei geht es um ganz einfache Maßnahmen“, betont Dr. Heida. Das Wichtigste sei dann die Herzdruckmassage. Durch sie werde das Blut weiter durch den Körper transportiert, auch wenn das Herz nicht mehr schlage. Wie diese Massage durchgeführt werde, sei in kürzester Zeit zu erklären und zu üben. „Das können – und sollten - schon Kinder lernen.“

Dieses wurde bereits eindrucksvoll in den vergangenen Jahren bei gemeinsamen Aktionen mit dem DRK in der Wolfenbütteler Fußgängerzone gezeigt. Mehrere Gruppen von Kindern sowie Erzieherinnen und Erzieher einer Kindergartengruppe wurden geschult und konnten im Anschluss ihr neu erworbenes Wissen und Können demonstrieren.

Täglich Aktionen



Los geht es am Montag, 19. September von 7.45 bis 11.30 Uhr, für 120 Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit der Aktion „Keine Angst vor großen Taten“. Nach einem Vortrag werden die Schüler drei Stationen durchlaufen. Im Anschluss wird eine Abschlussarbeit erstellt.


Am 20. September, von 8 bis 13 Uhr, geht es weiter für die Schüler des Gymnasiums im Schloss mit der Aktion „Einen Schultag durchhalten! Der Wieder- und Weiterbelebungsmarathon im GiS“. Hier werden rund 200 Schüler gruppenweise in einem „Marathon“ an einer Puppe üben, wie eine Reanimation funktioniert.

Am 21. September finden in der Fußgängerzone in der Zeit von 10 bis 13 Uhr in Zusammenarbeit mit dem ASB, der ADAC-Luftrettung und der DLRG die Aktionen „Laienwiederbelebung“ und „Kita-Aktion“ statt. Zusätzlich werden Informationsstände aufgebaut sowie Fahrzeuge vorgeführt.

Am 22. September in der Zeit von 8 bis 12.40 Uhr gibt es einen „Reanimationsmarathon – Hand aufs Herz“ für 360 Schüler der Integrierten Gesamtschule Wallstraße.

„Prüfen. Rufen. Drücken.“ heißt es dann am Donnerstag, 22. September, von 18 bis 20 Uhr, im Konferenzzentrum des Klinikums Wolfenbüttel. Dort wird ein Reanimationstraining für Interessierte „Ü60“ angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.klinikum-wolfenbuettel.de.

Am 23. September folgt in der Zeit von 7.40 bis 11.30 Uhr die Aktion „Prüfen. Rufen. Drücken – der 6. Jahrgang rettet Leben“ in der Großen Schule statt. Den Schülern wird angeboten, eine Kurzschulung in den Maßnahmen der Wiederbelebung zu erhalten.

Bei allen Aktionen soll dazu animiert werden, die Herzdruckmassage am Dummy zu üben und dabei auch die Scheu zu verlieren, selbst Hilfe zu leisten, wenn Not am Mann ist. „Fünf bis sechs Zentimeter müssen Ersthelfer das Brustbein nach unten drücken“, erklärt der erfahrene Notarzt Dr. Klaus Niebuhr, „und diese Prozedur bis zu 100 Mal in der Minute wiederholen. Damit kann man die Überlebenschance der kollabierten Patienten verdreifachen!“


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