Ausstellung im Schmidt Terminal: Verfall auf der Leinwand

von Jan Borner


Künstlerin Sabina Heinemeyer und Walburga Schmidt vom Reisebüro Schmidt. Foto: Jan Borner
Künstlerin Sabina Heinemeyer und Walburga Schmidt vom Reisebüro Schmidt. Foto: Jan Borner | Foto: Jan Borner

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen



Wolfenbüttel. Wer in den kommenden Tagen und Wochen durch den Terminal Schmidt geht, der wird Ruinen, Tristesse und Verfall begegnen. Das liegt allerdings nicht am Terminal selbst, sondern an der neuen Ausstellung in der Empfangshalle, die sich dieses Mal unter dem Titel "ZeitSpuren" ganz der Fotografie widmet und am Freitag, 17. Juli um 18 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird. 

Die 35 Bilder, allesamt aufgezogen auf Sperrholzplatten, versuchen etwas festzuhalten, was eigentlich gar nicht festzuhalten ist - Die Zeit. Der Verfall scheint im Moment der Fotographie kurz stillzuhalten um sich in abstrusen Farbenspielen für einen kurzen Augenblick von seiner ästhetischen Seite zu zeigen, manchmal melancholisch, manchmal nostalgisch und manchmal mit einem Funken Horror.

Die Frau hinter der Kamera ist Sabina Heinemeyer, die ursprünglich aus Nienburg kommt und seit 1988 in Wolfenbüttel lebt. Mit anderen Fotografen, meist zu dritt oder zu viert, zieht sie los um alte Fabriken, Bahnhöfe, Herrenhäuser oder Heime zu finden, eben alles, was zerfällt, überwuchert und verkommt. Alleine los zu ziehen ist zu gefährlich, weil man nie weiß, was einen in den Ruinen erwartet, aber zu groß darf die Gruppe auch nicht sein, weil ansonsten die Atmosphäre verloren geht. Die Tristesse des Verfalls braucht nun mal Ruhe um sich auszubreiten.

Die ausgestellten Motive hat Sabina Heinemeyer zu Großen Teilen in Ostdeutschland entdeckt, aber auch in Belgien oder Frankreich war sie schon für ihre Fotos unterwegs. "Es ist interessant, was die Zeit mit den Dingen macht", erklärte sie. In einer Mischung aus Dokumentation und Kunst sollen die Ergebnisse der nagenden Zeit deshalb festgehalten werden. Die rund vierwöchige Ausstellung beginnt am Freitag, 17. Juli um 18 Uhr mit einer Vernissage, bei der neben den 35 ausgestellten Bildern auch noch weitere Fotografien an die Wand projiziert werden. Für Fragen steht die Künstlerin außerdem am 21. und 28. Juli von 9 bis 11 Uhr und von 16 bis 17 Uhr im Terminal Schmidt zur Verfügung.

Um eine Anmeldung zur Vernissage wird bis zum 13. Juli unter der Telefonnummer 05331-884-103 oder der E-Mail: tatjana.ksienzyk@der-schmidt.de gebeten.