Wolfenbüttel. Das Evangeliar Heinrichs des Löwen gehört nun zu den Kunstschätzen im niedersächsischen Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes. Es fällt damit unter das Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung.
Anlässlich der Eröffnung zur aktuellen Ausstellung des Evangeliars bezeichnete Thomas Stäcker, kommissarischer Direktor der Herzog August Bibliothek, den Eintrag nicht nur als Ausdruck der besonderen Schutzwürdigkeit des Objektes, sondern als Auszeichnung für das Evangeliar, berichtet die Pressesprecherin der Herzog August Bibliothek Antje Dauer. Mit dem Kulturschutzgesetz sei das Ziel verbunden, die Abwanderung von national bedeutsamen Kulturgütern ins Ausland zu verhindern. Bis 2007 war die Eintragung in die Liste national wertvollen Kulturgutes Objekten aus privatem Besitz vorbehalten. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat seitdem mehrere bedeutsame Kulturgüter im öffentlichen Eigentum in das Verzeichnis aufgenommen, um deren Bedeutung Rechnung zu tragen.
Seit 30 Jahren im Besitz der Herzog August Bibliothek
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen wird seit mehr als 30 Jahren in der Herzog August Bibliothek verwahrt. Am 6. Dezember 1983 ersteigerte ein Konsortium auf einer Auktion in London die Handschrift, die seitdem gemeinsamer Besitz des Landes Niedersachsen, des Freistaats Bayern, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Bundesrepublik Deutschland ist. Der Preis von 32,5 Millionen D-Mark war der höchste, der bis dahin jemals für ein Buch bezahlt wurde. In den 1180er Jahren im Auftrag Herzog Heinrichs des Löwen für die Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig von Mönchen aus Helmarshausen hergestellt, ist das Evangeliar eine der prachtvollsten Bilderhandschriften des Mittelalters und stellt einen Höhepunkt der romanischen Buchmalerei dar, so Antje Dauer.
Die Ausstellung „Die Verheißung des Buches – Evangeliar Heinrichs des Löwen und Albani-Psalter zwischen Diesseits und Jenseits“ in der Schatzkammer der Herzog August Bibliothek ist noch bis zum 15. November, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, zu sehen.

