Erkerode. Im Rahmen seiner zweiten diesjährigen Ausflugsfahrt besuchte der Bürgerverein Erkerode/Lucklum das Deutsche Erdöl- und Erdgasmuseum im Landkreis Celle.
Das etwas versteckt liegende Museum in Wietze wird von einem gemeinnützigen Verein getragen. Die Ausstellung der zumeist original erhaltenen - teilweise rund hundert Jahre alten - Relikte des Erdölbergbaus in der Halle sowie auf dem Freigelände stieß bei den zwölf Teilnehmern auf großes Interesse. Unter fachkundiger Führung machten anschauliche Beschreibungen in Verbindung mit motorgetriebenen Modellen und Maschinen die alten Zeiten wieder lebendig.
Besonders die Bohr- und Fördergeräte auf dem Freigelände, die aus der Zeit des Erdölbooms zwischen 1900 und 1920 stammen, zeigten deutlich, unter welchen teilweise extrem schwierigen Bedingungen das Öl an die Erdoberfläche geholt wurde. Dennoch wurde bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts Erdöl in Wietze gefördert und deckte einen erheblichen Teil des deutschen Bedarfs. Ergänzend gab es einige beeindruckende praktische Informationen zu den Eigenschaften des Wietzer Erdöls, das anfangs - unverändert - auch zu pharmakologischen Zwecken eingesetzt wurde, zu bestaunen. So konnten die Ausflügler erfahren, wie schon vor über 200 Jahren die ersten Erdölvorkommen genutzt wurden. Aber auch der Bezug zur Gegenwart wurde nicht vernachlässigt.
Sehr interessant waren in diesem Zusammenhang die Erklärungen über die verschiedenen Bohrtechniken sowie die Auswertung von seismischen Untersuchungsergebnissen. Zeitweise bohrten über 100 Firmen im Wietzer Areal nach Öl. Während die Arbeiter sehr arm waren und sich nur mit Not die erforderliche Arbeitskleidung kaufen konnten, wurden einige wenige Familien in Wietze durch das schwarze Gold sehr reich - doch von diesem Gefälle ist heute in Wietze nichts mehr zu sehen. Der Ausflug endete mit einem gemeinsamen Essen in einem regionaltypischen Restaurant mitten in der kleinen Ortschaft westlich von Celle.
Das schwarze Gold im Texas der Südheide
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