Dubiose Haustürgeschäfte: Wenn der Drücker zweimal klingelt…

von Thorsten Raedlein




Wolfenbüttel. Sie sind wieder in der Lessingstadt unterwegs. Die Drückerkolonnen, die von den Bewohnern der Stadt nur das Beste wollen – ihr Geld. Wie mehrere Leser unserer Online-Tageszeitung uns erbost mitteilten, klingeln derzeit wieder einmal die Mitarbeiter der F.A.S.I. (Flight Ambulance Services International Agency GmbH) an den Haustüren der Lessingstädter. 

Sie versuchen an der Haustür Verträge aufzuschwatzen, die im Krankheitsfall eine Luftrettung ermöglichen. In ihren konstruierten Geschichten vor der Tür geht es darum, den Ansprechpartner davon zu überzeugen, dass er bei Unfällen auf Urlaubsreisen oder in Deutschland für die Transportmöglichkeit mit Rettungshubschraubern nicht ausreichend abgesichert sei. Wenn man aber gegen monatliche Zahlungen eine Mitgliedschaft bei der Flugrettung eingeht, hat er für den Notfall ausreichend gesorgt - dann nehmen ihn die fliegenden Engel bei Bedarf aus allen Ecken der Erde mit. Ohne Rechnung, die sonst locker in einen fünfstelligen Betrag liegen könnte.

Die Masche der Drücker ist nicht neu: Schon lange warnen Verbraucherschützer und Medien vor den „Luftrettern“, die ihren Opfern weiß machen wollen, sie seien bei Unfällen im Urlaub oder in Deutschland für Transportmöglichkeiten nach Hause nicht ausreichend abgesichert. Und gerade in diesem Punkt sind die Drücker nicht gerade ehrlich. Für die Versorgung im Inland gibt es nämlich durch die Krankenkassen ausreichend Schutz. Für den Rücktransport mit Flugzeugen vom ausländischen Urlaubsort aus gibt es deutlich preiswertere Auslands-Reiseversicherungen. Bei Interesse an Rücktransporten nach Urlaubsunfällen sollten Sie sich also lieber an ihre Krankenkasse oder an seriöse Versicherungsagenturen wenden.

Recherchen von WolfenbüttelHeute.de ergaben, dass diese Drücker bereits in weiten Teilen Deutschlands für Unruhe gesorgt haben. Vielerorts haben auch die Polizeibehörden offiziell vor den Werbern gewarnt. Grundsätzlich ist das Vorgehen der F.A.S.I.-Mitarbeiter wohl nicht verboten, allerdings teilten uns mehrere Anrufer mit, dass sie, nachdem sie das Angebot dankend abgelehnt hatten, von dem Drücker nicht gerade mit netten Worten bedacht wurden.  Ganz wichtig daher: Niemand sollte Mitglieder der Drücker-Kolonne in seine Wohnung lassen. Sollte es Probleme mit den ungebetenen Gästen geben hilft wohl nur noch die Polizei zu alarmieren. Grundsätzlich sollte man an der Tür keine Geschäfte machen, seriöse Firmen würden nicht einfach so klingeln…


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