Wolfenbüttel. Nachdem die Feuerwehr Wolfenbüttel in dieser Woche öffentlich Kritik an der Verkehrsführung rund um die Feuerwache geäußert hatte, hat die Stadtverwaltung nun auf Bitten von regionalHeute.de ausführlich Stellung genommen.
Die Stadtverwaltung macht in ihrer Stellungnahme deutlich, dass jede Sorge um Einsatzfähigkeit und Erreichbarkeit ernst genommen werde. Verwaltung und Feuerwehrführung hätten das Thema der geänderten Verkehrsführung im Bereich der Feuerwache bereits vor der politischen Beratung mit der zuständigen Ortswehr besprochen und eine konkrete Vorgehensweise vereinbart, wie mögliche Hindernisse im Einsatz- oder Übungsbetrieb gemeldet und kurzfristig abgearbeitet werden. Seit dieser Vereinbarung seien der Verwaltung, abgesehen von der Meldung an diesem besagten Tag und dem Facebook-Post der Ortswehr Wolfenbüttel, keine konkreten Problemmeldungen zu Einsatzfahrten in Bezug auf die Fahrradzone zugegangen.
Keine Verschlechterung belegt
Unabhängig davon prüfe die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Stadtwehrführung fortlaufend, wo Nachbesserungen an der Ausgestaltung sinnvoll sind – und setze diese im Rahmen der Zuständigkeiten um. Behauptungen über durch die Fahrradzone verursachte Verschlechterungen würden sich in dieser Pauschalität nicht belegen lassen, erklärt Stadtsprecher Thorsten Raedlein. Die Ausrückezeiten würden tatsächlich sogar eine Verbesserung zeigen, die keinen Zusammenhang zur jüngsten Umsetzung der verkehrsplanerischen Maßnahmen in dem Bereich erkennen lasse. Somit habe sich die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr nicht verschlechtert. Alarmierung und Ausrückeordnung richten sich nach Einsatzstichwort, Verfügbarkeit, Ausstattung und Entfernung; deshalb übernehmen je nach Lage auch andere Ortswehren Einsätze im Stadtgebiet.
Vorsicht vor öffentlichen Zuspitzungen
Kritik gibt es aus dem Rathaus für den gewählten Weg, um die Kritik zu äußern. Öffentliche Zuspitzungen ohne belegte Fakten würden Menschen unnötig verunsichern. Sie ersetzen weder die fachliche Bewertung noch die abgestimmten Meldewege. Von allen Beteiligten werden Verantwortungsbewusstsein, Sachlichkeit und die Einhaltung vereinbarter Kommunikations- und Meldewege erwartet, wenn es um sicherheitsrelevante Themen geht. Der Brandschutz und die Hilfeleistung in Wolfenbüttel seien sichergestellt. Verkehrsplanerische Änderungen werden, wo es fachlich geboten ist, im engen Austausch mit der Feuerwehrführung umgesetzt, mit dem klaren Ziel, Sicherheit, Erreichbarkeit und eine gute Verkehrsorganisation zusammenzubringen.
Verwaltung und Feuerwehrführung hätten die Auswirkungen auf Einsatz- und Anfahrtswege frühzeitig besprochen und im Rahmen der Planung eine Vorgehensweise abgestimmt, wie mögliche Probleme gemeldet werden und wie die Stadt dann kurzfristig nachsteuert. Die Bedenken seien im Vorfeld der Umsetzung angesprochen und in den Planungen gemeinsam mit der Feuerwehr diskutiert worden. Am Ende habe eine einvernehmliche Lösung gestanden: Für den Fall, dass es im Einsatzalltag zu konkreten Problemen kommt, werden diese auf dem abgestimmten Weg an die Verwaltung gemeldet, damit engmaschig, pragmatisch und lösungsorientiert nachgesteuert werden kann. Von diesem Meldeweg sei im vorliegenden Fall erstmals am Morgen nach dem Verkehrsunfall per E-Mail Gebrauch gemacht worden. Die Verwaltung habe am frühen Abend desselben Tages reagiert, eine priorisierte Prüfung zugesichert und diese umgehend eingeleitet – noch bevor der Beitrag in den sozialen Medien veröffentlicht wurde.
Direkter Austausch statt Social-Media-Debatten
„Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Maßnahmen konkret vereinbart sind und erste Anpassungen bereits vorgenommen wurden. Darüber hinaus sind auch weitere Optionen besprochen worden, die geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden können. Wir nehmen Hinweise zur Einsatzfähigkeit der Feuerwehr ernst und handeln sachlich: Wir prüfen konkrete Meldungen, stimmen uns eng mit der Stadtwehrführung ab und setzen dort nach, wo Verbesserungen sinnvoll und möglich sind. So gehen wir jetzt weiter vor. Wir suchen den direkteren Austausch. Wir führen das Thema im unmittelbaren Gespräch mit Stadtwehrführung und betroffener Ortswehr weiter, um Sachverhalte zu klären und Prioritäten festzulegen. Wo es konkrete Punkte gibt - zum Beispiel Verkehrsführung, Beschilderung, Markierungen, Querungs- und Ausweichmöglichkeiten – prüfen wir diese priorisiert und setzen Anpassungen im Rahmen der Zuständigkeiten um. Wir erwarten eine direkte, konstruktive und zielführende Kommunikation über die Stadtwehrführung in die Verwaltung hinein – so, wie es vereinbart ist und wie es sich bei sicherheitsrelevanten Themen bewährt – mit klaren Kommunikationswegen, an die sich alle halten. Soziale Medien sind dafür keine geeignete Plattform, weil sie schnell verunsichern, zuspitzen und Sachverhalte verkürzen. Das Ziel ist klar: Einsatzfähigkeit sichern, Abläufe verbessern und gleichzeitig eine verlässliche Zusammenarbeit mit der Feuerwehr stärken – ruhig, professionell und lösungsorientiert.“
Klare Regeln für Privatfahrzeuge
Die Stadtverwaltung betont außerdem, dass Verkehrsregeln grundsätzlich für alle Verkehrsteilnehmer gelten, die Stadt könne für private Fahrzeuge keine „Sondergenehmigung zum schnelleren Fahren“ einführen. Privatfahrzeuge von Feuerwehrangehörigen besitzen keine Sonder- oder Wegerechte. Hinweise wie „Feuerwehr im Einsatz“ können sensibilisieren, begründen jedoch keine Sonderrechte und heben Tempolimits nicht auf. Maßstab bleibt: Sicherheit vor Schnelligkeit. Wer im Privat-Pkw auf dem Weg zur Feuerwache Regeln überschreitet, gefährdet sich und andere – und löst im Zweifel den nächsten Einsatz gleich mit aus. Daher setzt die Verwaltung auf klare Anfahrtswege, praktikable Verkehrsführung und schnelle Nachsteuerung, sobald konkrete Hindernisse gemeldet werden.

