Feuerwehr Schladen mit Böller beworfen: "Das macht uns wirklich traurig"

Ausgesprochen unschöne Szenen haben sich in der Silvesternacht in Schladen abgespielt. Auf dem Weg zu einem Einsatz wurden die freiwilligen Kräfte der Schladener Feuerwehr mit Böller und Raketen beschossen.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Schladen. Angriffe auf Rettungskräfte scheinen sich zum neuen Volkssport entwickelt zu haben. Denn nicht nur in Großstädten wie Berlin wurden in der Silvesternacht Feuerwerkskörper auf die Retter abgefeuert. Auch im Landkreis Wolfenbüttel gab es einen solchen Vorfall. Doch der bildet eine Ausnahme - zumindest was die Feuerwehr angeht, sagt Wolfenbüttels Kreisbrandmeister Florian Graf im Gespräch mit regionalHeute.de.



Ausgesprochen unschöne Szenen haben sich in der Silvesternacht in Schladen abgespielt. Auf dem Weg zu einem Einsatz wurden die freiwilligen Kräfte der Schladener Feuerwehr mit Böller und Raketen beschossen. Und das nicht nur einmal, wie die Feuerwehr auf Facebook berichtet. "Als sich die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs auf den Weg zum Feuer machte, wurde auch dieses mit Raketen und Böllern beworfen. Ein zügiges Durchkommen zum Einsatzort war stellenweise nicht möglich. Warum auch der Feuerwehr Platz machen", schreibt die Wehr. Zuvor war es beim Einrücken von einem anderen Einsatz zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ereignisse dieser Art machen fassungslos und hinterlassen bei der Feuerwehr nur eine einzige Frage: Warum? "Scheinbar ist das Attackieren von Einsatzkräften und deren Ausrüstung auch im eigenen Ort ein Problem. Das macht uns wirklich traurig."

Silvesternacht wird aufgearbeitet


Dass der Vorfall in Schladen keinesfalls zu tolerieren und aufs Schärfste zu verurteilen ist, macht auch Kreisbrandmeister Florian Graf im Gespräch mit regionalHeute.de deutlich. Vor allem, weil es sich hierbei um Freiwillige handelt, die ihre Freizeit für das Allgemeinwohl und die Sicherheit der Menschen opfern.

Doch er sagt auch, dass derartige Vorfälle eher die Ausnahme seien - zumindest bei der Feuerwehr. Der Rettungsdienst habe da seiner Erfahrung nach schon häufiger mit Aggressionen und Angriffen zu kämpfen.

Er selbst sei auch in der Silvesternacht unterwegs gewesen und habe festgestellt, dass zwar hier und da zu beobachten gewesen sei, dass den Einsatzkräften der Feuerwehr und Fahrzeugen nicht immer sofort Platz gemacht wurde und ein Durchkommen mitunter schwierig war - weitere Angriffe mit Feuerwerkskörpern habe es seines Wissens nach aber nicht gegeben.


Angriff wird angezeigt


Graf räumt allerdings auch ein, dass er noch keinen genauen Überblick über die Geschehnisse der Silvesternacht habe. Das soll in der kommenden Woche bei einem Treffen der Führungskräfte aufgearbeitet und zusammengetragen werden. Eines stehe aber fest. Der Angriff auf die Feuerwehrkräfte wird zur Anzeige gebracht. "Das machen wir schon allein aus dem Grund, um zu zeigen, dass wir uns das nicht gefallen lassen", so Graf. Man wolle natürlich auch versuchen, herauszubekommen, wer dort die Kameraden beschossen hat. Dafür benötige man vor allem die Unterstützung der Bürger. "In solch einer Situation hat man nicht unbedingt die Zeit und den Kopf dafür, sich jeden anzuschauen. Da hat in erste Linie der Einsatz Priorität. Und da sind wir auf die Hilfe der Mitbürger angewiesen." Dabei ginge es nicht darum, irgendjemanden anzuschwärzen, sondern vielmehr darum, das Bewusstsein zu schärfen, dass sowas einfach nicht geht.


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