Für diese Großprojekte will der Landkreis über 38 Millionen Euro ausgeben

Unter anderem soll eine Schule erweitert und eine Rettungswache neu gebaut werden.

von Alexander Dontscheff


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Wolfenbüttel. Der Landkreis Wolfenbüttel will in den kommenden Jahren über 38 Millionen Euro in vier Großprojekte investieren. Dabei handele es sich um Maßnahmen, die die Pflichtaufgaben des Landkreises (Schule und Bevölkerungsschutz) unterstützten und verbesserten sowie für den Landkreis in seiner Funktion als Arbeitgeber und Eigentümer wirtschaftlich sinnvoll und baulich notwendig seien. Über eine entsprechende Vorlage, in der entsprechende Mittel für das Haushaltsjahr 2023 eingestellt würden, stimmt der Kreistag am Montag ab.



Dabei geht es allerdings noch nicht um die endgültige Entscheidung über die Durchführung der einzelnen Maßnahmen. Diese soll der Kreistag später auf der Grundlage einer die jeweilige Maßnahme darstellenden Vorlage treffen.

Erweiterung der Oberschule Sickte


Doch erste Informationen über die vier Projekte gibt es bereits. Zunächst geht es um einen Erweiterungsbau der Oberschule Sickte. Durch steigende Schülerzahlen sei hier ein zusätzlicher Raumbedarf entstanden. Derzeit werde dieser durch Container ausgeglichen. Nach Vorliegen der Anmeldezahlen für das Schuljahr 2023/2024 will die Verwaltung im Juni 2023 den Raumplan für einen Erweiterungsbau vorlegen. Dabei würden auch die eventuellen Einrichtung eines gymnasialen Zweiges sowie die Belange der Samtgemeinde Sickte für eine mögliche Erweiterung der Grundschule am Schulstandort berücksichtigt.

Schon jetzt sei von einem Neubau auszugehen, dessen Fläche etwa den Neubauten an der Henriette-Breymann-Gesamtschule oder der IGS Wallstraße entspreche. Unter Berücksichtigung dieser Annahme und den Erfahrungswerten dieser Neubauten könne zum jetzigen Zeitpunkt von Herstellungskosten von zirka 11 Millionen Euro ausgegangen werden. Hiervon sollen 200.000 in den Haushalt 2023 eingestellt werden. Bei optimalem Verlauf könnte – nach erfolgreicher europaweiter Ausschreibung der Planungsleistungen - in 2024 mit dem Bau begonnen werden. Mit der Fertigstellung wäre dann in 2026/2027 zu rechnen.

Eine Rettungswache für Cremlingen


Das zweite Projekt ist der Neubau der Rettungswache Cremlingen. Gemeinsam mit der Gemeinde Cremlingen will man den Bau der Rettungswache, deren Notwendigkeit im Rettungsdienstbedarfsplan festgestellt wurde, mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses kombinieren. Eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistung ist im ersten Halbjahr 2023 geplant. Soweit diese Maßnahmen so umgesetzt werden könnten, könne mit der Fertigstellung des Gebäudes Ende 2024 gerechnet werden. Die Kosten für die Rettungswache werden derzeit auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Davon sollen 500.000 in den aktuellen Haushalt eingestellt werden. Der Landkreis müsse hier in Vorleistung treten. Die Kostenträger im Rettungsdienst würden die Investition in Höhe der jährlichen Abschreibungen erstatten.

Neubau für den Zivilschutz


Anders als ursprünglich geplant, will der Landkreis in Sachen Neubau für den Zivilschutz selber aktiv werden. Im Rahmen des Neubaus des DRK-Zentrums an der Mascheroder Straße in Wolfenbüttel (Exer) wurden Gespräche zur Errichtung eines Gebäudes für Rettungsdienst und Katastrophenschutz in einem zweiten Bauabschnitt durch das DRK geführt. Der Landkreis wollte eigentlich als Mieter auftreten. Aufgrund der veränderten Voraussetzungen auf dem Kreditmarkt - der Landkreis als Kommune bekommt hier bessere Konditionen - und offener rechtlicher Fragen, haben sich die Zeichen nun umgekehrt.

Der Landkreis will dem DRK einen Teil des Grundstücks abkaufen, die bisherigen Planungen übernehmen und das Gebäude selbst errichten. Das DRK habe sich zu dieser Lösung grundsätzlich positiv geäußert. Die Kosten für den Neubau würden derzeit auf 11 Millionen Euro geschätzt. Bei einem Baubeginn in 2024 sei mit einer Fertigstellung in 2026 zu rechnen. Für 2023 sind im Haushalt 2 Millionen Euro vorgesehen.

Verwaltungsgebäude für 15 Millionen


Zu guter Letzt wird der Neubau eines Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände der Straßenverkehrsabteilung in der Halchterschen Straße 26 in Wolfenbüttel vorgeschlagen. Dieser Neubau soll auf der einen Seite Ersatzflächen für das derzeitige Gebäude der Straßenverkehrsabteilung zur Verfügung stellen und auf der anderen Seite eine Alternative für bisher angemietete Büroflächen in Wolfenbüttel ermöglichen. Das Gebäude hätte eine Bruttofläche von rund 4.000 Quadratmetern. Die voraussichtlichen Kosten werden auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt. Bei einem Beginn in 2024 könnte der Neubau voraussichtlich bis Ende 2027 erstellt sein. Für den aktuellen Haushalt ist eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1 Million Euro vorgesehen.

Der Ersatz für das bisherige Gebäude in der Halchterschen Straße 26 wird notwendig, da erhebliche brandschutztechnische Mängel am Gebäude bestehen. Der Betrieb kann bisher aufgrund von mehreren kleineren Brandschutzmaßnahmen gesichert werden, aber das Grundproblem, welches in der Substanz des Gebäudes liege, könne nur durch eine „Sanierung bis auf die Grundmauern“ oder durch einen Neubau beseitigt werden. Ein Neubau stelle aufgrund der weiteren positiven Begleiterscheinungen (energetische Verbesserung, Möglichkeit auf weiteren Raumbedarf zu reagieren, keine hohen Kosten für vorübergehende Ersatzlösungen) die wirtschaftlichere Lösung dar. Die weiteren zusätzlichen Büroflächen würden es zudem ermöglichen, bisher angemietete Büroflächen in Wolfenbüttel zu kündigen.


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