Nicht nur sauber, sondern rein? – Rebecca Honold berichtet am Donnerstag, 19. April 2012, um 14.15 Uhr, über die „Reinigung von alten Büchern im Spagat zwischen Schmutz und Spuren der Vergangenheit“. Der Vortrag findet im Rahmen der Werkstattgespräche der Forschungsabteilung der Herzog August Bibliothek statt.
Die Reinigung gehört zu den am häufigsten ausgeführten Arbeitsschritten in der Restaurierung. Dabei wird der auf der Oberfläche haftende Schmutz sowie bei einer wässrigen Behandlung auch die sich im Papiervlies befindenden Verunreinigungen entfernt. Ziel ist es, zum einen zu vermeiden, dass die Verschmutzung zu weiteren Beschädigungen des Materials führt und zum anderen den optischen Eindruck zu verbessern. Gleichzeitig bildet die Reinigung eine unverzichtbare Grundlage für viele Restaurierungsschritte. Vor diesem Hintergrund wurde die Reinigung über lange Zeit als selbstverständlicher und unumgänglicher Schritt angesehen. Nicht zu unterschätzen ist gleichwohl das Risiko, das Material zu beschädigen oder historisch bedeutende Spuren zu vernichten. Deshalb geht heute die Entwicklung hin zu einer kritischeren Betrachtung der Notwendigkeit und des Schadenspotentials von Reinigungsmaßnahmen. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen, wo die Grenze zwischen Schmutz und historischen Spuren zu ziehen ist und wie weit eine Reinigung gehen soll.
Rebecca Honold arbeitet seit dem Abschluss ihres MA in Konservierung/Restaurierung von Graphik, Schriftgut und Photographie im August 2011 an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.
Ort: Seminarraum im Zeughaus, Herzog August Bibliothek
Eintritt: frei
Informationen unter: www.hab.de oder Tel.: 05331/808-214
HAB: Werkstattgespräch zur Reinigung von alten Büchern
von Marc Angerstein
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