Wolfenbüttel. Ein Jahrzehnt der Planung, des Hoffens und des gemeinsamen Gestaltens fand am heutigen Samstag seinen feierlichen Höhepunkt: Mit einem Festakt wurde der Neubau der St. Ansgar Familien-KiTa offiziell eingeweiht. Das 5,9-Millionen-Euro-Projekt gilt als Vorzeigemodell für moderne frühkindliche Bildung und nachhaltige Architektur in der Region.
In einer bewegenden gemeinsamen Ansprache blickten Pfarrer Matthias Eggers und Pfarreikoordinatorin Christiane Kreiß auf die „lange Geschichte“ des Neubaus zurück. Fast zehn Jahre lang rangen die Kirchengemeinde, die Stadt und Fachplaner um die beste Lösung. „Es gab Momente des Stillstands und auch Zweifel, ob diese Kita jemals fertig wird“, gestand Pfarrer Eggers. „Doch heute eröffnen wir einen Ort für Kinder – einen Ort zum Lachen, Spielen, Trösten und Großwerden.“
Besonderer Dank an die KiTa-Leitung
Ein emotionaler Höhepunkt der Eröffnung war der ausdrückliche Dank an das pädagogische Team. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit von KiTa-Leiterin Kathrin Rolleschek und ihrer Mitleitung sowie Koordinatorin des ökumenischen Familienzentrums, Kirsten Kühn.
„Was man nicht planen und nicht bauen kann, das ist die Wärme, die Geduld und die Kreativität, mit der Sie dieses Haus füllen“, betonte die Pfarreikoordination. Rolleschek und Kühn hätten in den vergangenen Monaten mit außerordentlicher Ausdauer dafür gesorgt, dass aus Bauplänen gelebte Wirklichkeit wurde. Bis in die späten Abendstunden des Vorabends hatte das Team letzte Vorbereitungen getroffen. Das Ergebnis, so der Tenor der Reden, könne sich nicht nur sehen lassen, sondern fühle sich vor allem „richtig gut an“.
Pädagogik mit Profil: St. Ansgar und die „Herzensbildung“
Der Name der KiTa ist Programm: Der heilige Ansgar, bekannt für seine Beharrlichkeit trotz Rückschlägen, dient als Vorbild für Widerstandskraft und Hoffnung. Dieses Konzept der „Resilienz“ fließt direkt in die pädagogische Arbeit ein. Ein zentraler Begriff ist dabei die „Herzensbildung“.
„Bildung ist mehr als Mathe oder akademische Titel. Es geht darum, sich um Menschen in Not zu kümmern und positive Herzenskräfte zu entwickeln“, erklärte Pfarrer Eggers. Dies spiegele sich auch im neuen Logo wider: Ein Herz mit drei Blumen, die für Glaube, Liebe und Hoffnung stehen. Zudem setzt die KiTa auf eine Kooperation mit dem Kneipp-Verein. Ein eigenes Kneippbecken mit Fischmosaik ermöglicht den Kindern, die Heilkräfte der Natur spielerisch zu entdecken.
„Ein starkes Signal für Familien“

Bürgermeister Ivica Lukanic unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Projekts für die Stadt Wolfenbüttel. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Bürgermeister Ivica Lukanic unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Projekts für die Stadt Wolfenbüttel. Er erinnerte sich an eine Begehung im Jahr 2019, bei der klar wurde: „Zukunft sieht anders aus als der Altbau.“ Die Stadt unterstützte den Neubau mit rund 5,23 Millionen Euro. Lukanic betonte, dass KiTa-Bau kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein Bekenntnis zum christlichen Engagement in der Stadtgesellschaft sei.
Architektonisches Highlight und Nachhaltigkeit
Architekt Hendrik Welp erläuterte das bauliche Konzept, das den Neubau geschickt mit dem bestehenden Gemeindehaus und der Krippe verbindet. Durch die barrierefreie Anbindung ist ein lebendiges Zentrum für die gesamte Gemeinde entstanden. Das Gebäude besticht durch eine nachhaltige Holz-Mischkonstruktion, eine Photovoltaikanlage und eine hocheffiziente Erdwärmepumpe.
„Wir wollten, dass das Gebäude sich den Kindern selbst erklärt – sie sollen sehen, wie Balken das Dach tragen“, so Welp. Die Qualität der Architektur wird auch überregional gewürdigt: Das Gebäude wurde von der Architektenkammer für den landesweiten „Tag der Architektur“ am 28. Juni ausgewählt.
Feierlichkeiten am Wochenende
Nachdem Pfarrer Eggers und Christiane Kreiß das Haus und alle darin lebenden Menschen gesegnet hatten, ging die Feier in ein buntes Gemeindefest über. Musikalisch begleitet von einer Braunschweiger Jazzband und kulinarisch versorgt durch die Messdiener der Gemeinde, nutzten viele Gäste die Gelegenheit zur Besichtigung der hellen, modernen Räumlichkeiten.
Die Feierlichkeiten setzen sich am Sonntag, den 31. Mai, fort: 11 Uhr: Festgottesdienst in der St. Ansgar Kirche, anschließend: Großes Gemeindefest und „Tag der offenen Tür“ für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Das Bauprojekt umfasst ein Gesamtvolumen von rund 5,9 Millionen Euro. Finanziert wurde die Maßnahme maßgeblich durch die Stadt Wolfenbüttel (5,23 Millionen Euro) sowie durch den Landkreis Wolfenbüttel (670.000 Euro). Die Kirchengemeinde beteiligte sich durch die Bereitstellung des Baugrundstücks. Mit modernen, lichtdurchfluteten Räumen und einem zukunftsweisenden pädagogischen Konzept bietet die Einrichtung nun 82 Betreuungsplätze für Kinder im Nordosten Wolfenbüttels.




