Knatsch im Destedter Ortsrat um angekündigte SPD-Veranstaltung

CDU und Grüne werfen der SPD in Sachen Neubaugebiet Lehmkuhlenbreite einen Alleingang vor. Doch was sagen die Kritisierten?

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: regionalHeute.de

Destedt. Für den 11. Mai plant die SPD Destedt eine öffentliche Veranstaltung zum Thema "Seniorengerechte Wohnungen im Neubaugebiet Lehmkuhlenbreite/Trift". Bei CDU und Grünen sorgte die Ankündigung im "Wolfenbütteler Schaufenster" dagegen für Verärgerung. Es habe Vorabsprachen zu einer gemeinsamen Veranstaltung gegeben. Nun presche die SPD im Alleingang vor. regionalHeute.de fragte bei der SPD nach, was diese zu den Vorwürfen sagt.


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Pläne für altersgerechtes Wohnen müsse sich auf die Bedürfnisse einstellen und bereits in den Flächennutzungsplan eingetragen werden, damit es zu keiner Doppelung der Arbeit in der Gemeinde komme und kein Zeitverzug entsteht, heißt es in der ursprünglichen Ankündigung der SPD. Die Größe und die Art der Wohnungen und Wohnform solle auch diskutiert werden. Referenten aus der Gemeinde würden die rechtlichen Dinge ausleuchten und mit allen Interessierten anschließend diskutieren, wie man Chancen und Grenzen ausloten kann.

"Gemeinsamkeit sieht anders aus"


In einer Pressemitteilung mit dem Titel "Gemeinsamkeit sieht leider anders aus" zeigten sich darauf die Fraktionen der Grünen und der CDU im Ortsrat Destedt enttäuscht über das "Vorpreschen der SPD". Der Ortsrat habe für verschiedene Aufgaben und Projekte Arbeitsgruppen eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern Anregungen und Vorschläge für die Realisierung erarbeiten sollen. So auch für das geplante Neubaugebiet Lehmkuhlenbreite heißt es dort. Obwohl es Vorabsprachen zwischen den Fraktionen von SPD, CDU und Grünen gegeben habe, im Rahmen der Arbeitsgruppe "Baugebiet Lehmkuhlenbreite (generationsübergreifendes Wohnen)" eine gemeinsame Veranstaltung zu der Thematik durchzuführen, presche nun die Destedter SPD mit einer eigenen Veranstaltung vor.

Besonders stößt man sich an der Ankündigung, "Referenten aus der Gemeinde" würden die rechtlichen Dinge ausleuchten. "Wie Bürgermeister Kaatz uns mitteilte, wird die Gemeinde keine Referenten für diese Parteiveranstaltung zur Verfügung stellen. Wir finden es schade, dass es der SPD nicht um den Ort, sondern um ihre Selbstdarstellung geht. Zusammenarbeit im Ortsrat und die anfangs beschworene Gemeinsamkeit sollten doch die Arbeit im Ortsrat bestimmen", so das Fazit von CDU und Grünen.

Veranstaltung schon länger geplant


Auf Anfrage von regionalHeute.de teilt Thomas Klusmann die Sichtweise des SPD-Ortsvereins Destedt mit. Das Thema "Wohnen im Alter" werde schon seit vielen Jahren vom Ortsverein verfolgt. Das jetzt geplante Bürgerforum sei bereits seit anderthalb Jahren geplant gewesen, konnte aber aufgrund der Pandemiebedingungen nicht durchgeführt werden. Auch die Fraktion beschäftige sich seit vielen Jahren mit dem Thema, erst recht nach dem Kauf von neuem Bauland in Destedt.

Die Wahl des neuen Ortsrats im September 2021 habe auch die Bildung von verschiedenen Arbeitsgemeinschaften mit sich gebracht. "Das was wir als Ortsverein der SPD jetzt machen ist einfach nur Fraktionsarbeit. Soll ich alle Themen ruhen lassen, weil ein Ortsrat Arbeitsgemeinschaften gebildet hat?", fragt Klusmann. Hier gehe es doch darum, dass man als Fraktion und Ortsverein Informationen zu Themen sammele, die in den Arbeitsgemeinschaften und im Ortsrat eingebracht würden. Dann werde gemeinsam entschieden, was der Ortsrat Destedt der Gemeinde Cremlingen empfehlen kann. "Von einer gemeinsamen Veranstaltung, die schon festgelegt sein soll, weiß ich bis heute nichts", so Thomas Klusmann.

Textänderung kam zu spät


Bestätigt wird dagegen, dass Cremlingens Bürgermeister Detlef Kaatz (SPD) die klare Aussage getätigt habe, dass keine Verwaltungsangestellten an politischen Veranstaltungen teilnehmen werden, so auch nicht an dieser. Nach dieser Absage sollte der Text für das Schaufenster noch geändert werden, dies sei aber nicht rechtzeitig gelungen. "Leider sind die von mir angedachten Änderungen bei unserem Schriftführer zu spät angekommen", berichtet Klusmann. Er habe telefonisch eine Anfrage an die Gemeinde Cremlingen gestellt, die vorerst mit einer Zusage beantwortet wurde. Letztendlich habe der Bürgermeister dann aber anders entschieden. Dieser werde aber selbst als Mitglied der SPD teilnehmen.


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