Kumlehn ärgert sich über das Staatsarchiv


Jürgen Kumlehn, Foto: privat | Foto: privat

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Wolfenbüttel. Die Redaktion erreichte ein Leserbrief von Jürgen Kumlehn, er wird ungekürzt und unkommentiert veröffentlicht.

Versucht nicht jeder Mensch, außer Millionären oder Milliardären, Kosten zu sparen, wo immer es nur geht? Ehrenamtlich tätigen Laien-Historikern fällt das manchmal schwer, besonders wenn aus Archiven Dokumente als direkte Kopie benötigt werden und sie deshalb vom Archiv-Fotografen gescannt, fotografiert oder kopiert werden müssen. Man könnte das in diesen modernen Zeiten leicht selber machen, das aber ist in Archiven strengstens verboten. Heute erhielt ich nun vom Niedersächsischen Landesarchiv - Standort Wolfenbüttel die von mir bestellten Dokumente: 21 Papier-Kopien DIN A 4 und drei zu DIN A 4. 24 Blatt Papier, die normalerweise in einem passenden Umschlag zu einem normalen Porto verschickt werden können, versandte das Staatsarchiv in dem oben abgebildeten Karton in der Größe DIN A 3. Um zu verhindern, dass die Papiere unterwegs zerbrechen, wurde der Karton mit mehreren Luftbeuteln ausgefüllt. Das ist ansich schon sehr ungewöhnlich. Nicht ungewöhnlich, sondern arg und ärgerlich ist allerdings das Porto für diese wirkliche Luftnummer per Post: Sechs Euro neunundneunzig (6,99 Euro). Per normaler Postlieferung hätte das Porto nur 1,45 Euro gekostet. Bei der Bestellung der Kopien hatte ich gefragt, ob, da ich in der Nähe wohne, ich die Dokumente direkt im Archiv abholen oder bei einem meiner weiteren Archivbesuche einfach mitnehmen könnte? Antwort: Nein das geht nicht. Zwei Tage vorher hatte ich eine ähnliche Anzahl von Dokumenten in beiden Formaten aus einem Berliner Archiv preisgünstig in einem normalen Umschlag erhalten. Schon lange erlebe ich das niedersächsische Landesarchivsystem als Zentrum überbordender Bürokratie. Forschen und Ergebnisse weitergeben wird zum Teil mit unsinnigen Auflagen behindert. Betrete ich so ein Archiv, bin ich nicht Kunde, sondern Nutzer. Und so mies fühle ich mich dann manchmal auch.