Gesundheitsrisiko Atommüll: Vereine fordern Untersuchung in der Asse-Region

Es geht um mögliche Krankheiten, die durch Strahlenexposition entstehen könnten.

Welche Auswirkungen hat der Atommüll, der hier in der Asse-Schachtanlage gelagert ist, auf die Gesundheit der Menschen in der Region?
Welche Auswirkungen hat der Atommüll, der hier in der Asse-Schachtanlage gelagert ist, auf die Gesundheit der Menschen in der Region? | Foto: Lutz Seifert/reka

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Wolfenbüttel. Kürzlich beim „Notfallvorsorgetag in Schöppenstedt“ haben Mitglieder der ‚Regionalen Energie- und KlimaschutzAgentur e. V.‘ (reka) und vom ‚Strahlenschutz-Stammtisch Braunschweiger Land‘ breites öffentliches Interesse an einem wissenschaftlichen Gesundheitsmonitoring für die Asse-Region demonstriert. Bei der Veranstaltung wurden Unterschriften für die Forderung nach einer transparenten, wissenschaftlichen Begleitung der gesundheitlichen Auswirkungen der Atommüll-Rückholung gesammelt. Das berichtet reka jetzt in einer Pressemitteilung.



Da die Rückholung des Atommülls aus der Schachtanlage Asse II ein komplexes und langfristiges Vorhaben ist, bei dem erhöhte Umweltbelastungen – insbesondere durch radioaktive Strahlung – unvermeidbar sein werden, ist eine solche Begleitung unverzichtbar, so der Verein ‚Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur‘. Ein Gesundheitsmonitoring soll frühzeitig Hinweise auf gesundheitliche Veränderungen liefern, die mit der Rückholung in Verbindung stehen könnten. Gleichzeitig soll der Aufwand für das Monitoring praktikabel und kosteneffizient gestaltet werden.

Krankheiten, die mit Strahlenexposition zusammenhängen


Um klare Signale zu erkennen, sollte sich das Monitoring auf Krankheiten konzentrieren, die spezifisch mit Strahlenexposition oder Umweltbelastungen in Verbindung stehen und statistisch aussagekräftig sind. Dazu gehören Krebserkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Blutbildveränderungen, neurologische und psychische Erkrankungen, angeborene Fehlbildungen und Atemwegserkrankungen.


Das Monitoring sollte ohne zusätzliche Datenerfassung bei Ärzten oder Patienten auskommen. Stattdessen sollen bestehende Datenquellen genutzt werden, wie z.B. die Abrechnungsdaten der Krankenkassen, das Krebsregister und die Umweltdaten der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).

Durch die offene Kommunikation der Ergebnisse und die Einbindung lokaler Akteure soll das Vertrauen in der Bevölkerung gestärkt werden. Ein solches Monitoring bietet die Grundlage, um bei Bedarf schnell und präzise Handlungsempfehlungen zur Minimierung gesundheitlicher Risiken ableiten zu können, betont der Verein reka.