Wolfenbüttel. Am Fümmelsee kommt der Badebetrieb langsam in Schwung. Vereinsmitglieder können, wenn sie als „Frühschwimmer“ registriert sind, über das Drehkreuz ins Bad. Der Zutritt sei bereits vor der Öffnung möglich, erfolge aber auf eigene Gefahr. Alle anderen Badegäste können wie gewohnt durch die Kasse ins Bad. Wenn diese bei geringen Besucherzahlen geschlossen ist, erfolge der Eintritt wie gewohnt über Schwimmmeisterhaus. Seit diesem Jahr könnt ihr den Eintritt auch bequem bargeldlos bezahlen. Bisher hatte der See erst ab 13:00 geöffnet. Seit dieser Woche sei er wieder durchgehend von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Bei schlechtem Wetter werde allerdings schon eher geschlossen. Der WSV21 berichtet in einer Pressemitteilung.
Der Ausgang sei aktuell nur durch das Drehkreuz möglich. Diese Maßnahme sei erforderlich, um die Anzahl der Personen im Bad kontrollieren zu können. Ausnahmen bilden Gäste mit Kinderwagen oder Rollstuhl, die über das Tor am Schwimmmeisterhaus rausgehen können, hierfür müssten sie bei der Schwimmaufsicht Bescheid geben. Insgesamt sei die Anzahl der Besucher im Bad auf 600 Badegäste gleichzeitig begrenzt. Schwimmmeisterin Pia-Maren Jaschiniok berichtet dazu: „Letzte Woche Donnerstag hatten wir 580 Besucher gleichzeitig im Bad. Viel mehr dürften es auch nicht sein, sonst wird das mit dem Abstand halten schwierig. Wir haben daher die Grenze von 700 auf 600 runtergesetzt.“
Corona ist allgegenwärtig
Natürlich ist Corona auch im Fümmelsee präsent. Die Wege am Kiosk sind markiert, die Duschen sind geschlossen und am Ausgang sowie auf den Toiletten gibt es Desinfektionsmittel. Die vorderen Toiletten sind geöffnet und werden regelmäßig gereinigt. Das Toilettenhaus an der hinteren Liegewiese musste leider wieder geschlossen werden, nachdem das Desinfektionsmittel mutwillig ausgegossen und die Handtücher im Raum verteilt wurden. Die Schwimmaufsicht macht stündlich eine Durchsage, um an das Abstandsgebot zu erinnern und geht zudem regelmäßig um den See um sicherzustellen, dass die Gäste den Abstand einhalten. Wenn sie zu nah beieinander sind, wird darauf hingewiesen. "Unsere Gäste sind dabei freundlich und verständnisvoll, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken möchten", so der Betreiber in einer Pressemitteilung.
Für den Sommer sei extra Sandspielzeug angeschafft worden. Das könne aufgrund des Hygienekonzepts derzeit leider nicht ausgegeben werden. Auch Schirme und Wasserspielzeug werden derzeit nicht verliehen. Die Rutsche und der Sprungturm sind geöffnet.
Sport nimmt wieder Fahrt auf
Der Vereinssport im WSV21 ist ebenfalls wieder im Gange. Die Schwimmer trainieren bereits seit Mitte Mai. Trainerin Silke Hetscher erklärt: „Am Anfang waren es nur die Wettkampfkinder, auch meist im Neo. Da durfte nur ein Kind pro Bahn schwimmen. Inzwischen ist viermal die Woche Training. Jetzt sind es schon wieder über 20 Kinder, die in verschiedenen Gruppen schwimmen. Es dürfen bis zu zehn Kinder auf eine Bahn.“ Auf die Frage, ob es durch Corona Probleme gibt erläutert sie: „Vom Beckenrand habe ich sowieso einen größeren Abstand. Bei den Sportlern achten wir natürlich darauf. In der Gruppe sind die Schwimmer aber leistungsmäßig gemischt. Daher ergibt sich automatisch ein Abstand. Das ist dann auch beim Rausgehen der Fall. Ich würde mir nur die Umkleide geöffnet wünschen.“ Selbst geht sie mindestens jeden zweiten Tag schwimmen - eher öfter. Entweder bevor das Training anfängt oder direkt nach der Arbeit. Zwar gehen nicht alle Kinder in den Fümmelsee, „weil man den Boden nicht sieht“. Aber für die, die da sind, ist es kein Problem. Antonia trainiert regelmäßig und sagt: „Geradeschwimmen ist halt schwierig. Aber sonst ist alles super. Wir sind eh fast jeden Tag da.“
Eine Frage der Abwägung
Die Wasserballer trainieren ebenfalls fleißig. Trainingsspiele sind noch nicht erlaubt und Übungen, bei denen die Spieler zu nah beieinander sind, werden nicht durchgeführt. Selbst wenn es jetzt eigentlich wieder erlaubt wäre, begründet Sport-Vorsitzender Maurice Waldmann diese interne Entscheidung: „Das wäre das falsche Signal, wenn die Sportler in den Verteidigungsübungen so nah beieinander sind. Wir haben da eine Vorbildfunktion gegenüber Kindern und Jugendlichen. Und die Badegäste, die zeitgleich da sind, müssen sich ja auch an die Abstandsregeln halten.“ Trainer Peter Waldmann ist insgesamt zufrieden: „Wir können froh sein, dass wir den Fümmelsee haben und so nutzen können. Am Anfang haben wir nur Gymnastik und Ausdauer auf Land gemacht. Heute trainieren wir wieder im Wasser und da freut es mich vor allem, dass alle Spieler, Erwachsene und Jugendliche, hier im See mittrainieren. Es gibt keinen, der nicht in den Fümmelsee geht. Das ist vielleicht das einzig Positive an der Situation.“ Das Abstand halten sei kein Problem, da hätten sich inzwischen alle dran gewöhnt. Spielbetrieb erwartet Waldmann allerdings nicht vor November, auch weil viele Mannschaften derzeit gar nicht trainieren können.
Betreiber hoffen auf Verständnis
In Kürze starten die Sommerferien und der Fümmelsee ist für den Betrieb gut gerüstet. Sobald sich das Wetter bessert erwarte man wieder einen großen Besucherandrang. Das könne in diesem Jahr problematisch werden, denn viele Bäder haben eine „zwei-Stunden-Regelung“ Mit Zeitfenstern für Besucherinnen und Besucher. Am Fümmelsee habe man sich bisher dagegen entschieden. Wenn das Bad dann aber voll sei und noch Leute vor der Tür stehen, werde es schwierig. Gerade, wenn es sich dabei um Mitglieder handele: "Wir hoffen, dass wir in dem Fall auf das Verständnis unserer Badegäste und Mitglieder zählen können."
Dem Besuch am Fümmelsee stehe jedoch trotz allem nichts im Wege und der WSV21 freue sich auf den Sommer.

