Gefahr beim Gassigehen: So schützen Sie ihren Hund vor Giftködern

Es ist der Albtraum aller Hundebesitzer: Beim entspannten Spaziergang schnappt der geliebte Vierbeiner nach einem vermeintlichen Leckerli am Wegesrand – und verschluckt einen tödlichen Giftköder. Die Tierschutzorganisation Tasso e.V. gibt Tipps, wie man das Risiko minimiert.

Giftköder sind oft gut versteckt.
Giftköder sind oft gut versteckt. | Foto: Tasso e.V.

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Region. Die Nase ist tief im Gras verborgen, die Körperhaltung freudig aufgeregt. Ist das noch Schnüffeln oder ging da etwa gerade die Schnauze auf? Frisst der Hund etwas? Ist es gefährlich? Was tun, wenn es verdächtig ist? Diese oder ähnliche Gedanken haben zahlreiche Hundehalter auf nahezu jedem Spaziergang mit ihrem vierbeinigen Begleiter. Leider aus gutem Grund: Die Gefahr durch Giftköder ist real. Immer wieder kommt es vor, dass Hunde ernstzunehmend verletzt werden. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. fasst wichtige Tipps zum Thema zusammen und motiviert dazu, gemeinsam mit dem Hund zu trainieren, um möglichst zu verhindern, dass dieser draußen etwas Gefährliches aufnimmt.



Hunde schnüffeln zu lassen, gehört zu einer artgerechten Tierhaltung dazu. Es liegt im Wesen der Tiere und ist ein wichtiger Teil des arttypischen Verhaltens. Doch je nach Charakter fressen Hunde auf einem Spaziergang auch schnell etwas und nicht immer können wir es verhindern. Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen absichtlich Köder auslegen, die Hunden gefährlich werden können. Das können vergiftete Leckerchen sein oder mit Rasierklingen gespickte Fleischstücke. Beides ist nicht nur moralisch verwerflich und tierschutzrechtlich verboten, sondern auch eine reelle Gefahr für das Leben eines Hundes. Manchmal liegt jedoch auch ohne böse Absicht etwas Unverträgliches und Gefährliches auf dem Boden. „Daher ist es wichtig, dass Hundehalter auf gemeinsamen Spaziergängen aufmerksam sind und wissen, wie sie mögliche Symptome deuten können“, sagt Tierärztin und Tierschutzreferentin Dr. Lisa Borchard, die bei TASSO das Projekt Verantwortungsvolle Tierhaltung leitet.

Giftködertraining kann Gefahr mindern


Besonders für Hunde, die dazu neigen, draußen vermeintlich Fressbares aufzunehmen, empfiehlt es sich zudem, ein gezieltes Giftködertraining zu machen. Dabei lernen die Hunde – je nach Ansatz des Trainings – entweder, anzuzeigen, dass sie etwas entdeckt haben oder sich bewusst abzuwenden. „Ein solches Training können Menschen, die gut autodidaktisch lernen und üben, nach einiger Vorabinformation auch auf eigene Faust durchführen“, sagt Borchard. Doch manchmal ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Viele Hundetrainer und Hundeschulen bieten mittlerweile spezielle Kurse zu diesem Thema an. „Gemeinsames Training macht in erster Linie Spaß und fördert die Mensch-Tier-Bindung“, weiß die auf Tierverhalten spezialisierte Tierärztin. „Deswegen können auch Hunde, die nicht so stark gefährdet scheinen, weil sie draußen weniger dazu neigen, etwas zu fressen, durchaus von einem solchen Training profitieren und sind für einen möglichen Ernstfall vorbereitet.“

Weitere Tipps für Halter


Neben dem Giftködertraining gibt es auch noch weitere Dinge, die Hundebesitzer tun können, um das Risiko für ihre Vierbeiner zu verringern. So sollten sie sich für Strecken entscheiden, auf denen das Risiko für Giftköder geringer scheint oder nutzen spezielle Warnapps nutzen. Für Hunde, die dazu neigen, draußen schnell Sachen aufzunehmen, kann ein gut sitzender und positiv trainierter Maulkorb ein wirkungsvoller zusätzlicher Schutz sein. Besitzer sollten sich zudem aktiv mit ihrem Hund beschäftigen und darauf achten, wo er schnüffelt. Zudem sollte die Stelle überprüft werden, an welcher der Hund möglicherweise etwas gefressen hat.

Schnell handeln im Ernstfall


Halter sollten ihr Tier genau beobachten und handeln, wenn sie den Verdacht haben, ihr Tier könnte etwas Gefährliches gefressen haben oder wenn es Symptome einer Vergiftung zeigt. Diese können je nach Giftköder etwa Erbrechen, starkes Speicheln, blasse Schleimhäute, Torkeln, Durchfall, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsverlust sein. Oft ist dann eine umgehende tiermedizinische Behandlung entscheidend.