Nach DRK-Kopfprämien-Vorwurf: Oesterhelweg beantwortet offenen Brief




[image=5e1764c6785549ede64cce6d]Der Wolfenbütteler Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzender Frank Oesterhelweg hat heute auf die vom Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Wolfenbüttel (DRK) erhobenen Vorwürfe ebenfalls in einem offenen Brief reagiert. Das DRK hatte der CDU und der Unternehmerin Martina Kühnel Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. Die Geschäftsführerin eines Pflegedienstes hatte vor gut einer Woche auf unsere Bitte zu einer Stellungnahme nicht reagiert, lediglich der CDU-Stadtverband war zu einer Stellungnahme zu erreichen (WolfenbüttelHeute.de berichtete). Oesterhelweg beantworte nun den offenen Brief nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub. Wir veröffentlichen sein Schreiben - wie immer - ungekürzt und unkommentiert:

Offener Brief des DRK vom 29.12.2011

Sehr geehrte Frau Dedecke, sehr geehrter Herr Ring, sehr geehrte Herr Kiehne,

zunächst einmal wünsche ich Ihnen für das Jahr 2012 Gesundheit und Zufriedenheit sowie für das DRK auch weiterhin viel Erfolg.

Zu Ihrem offenen Brief vom 29.12.2011 möchte ich mich wie folgt äußern:

Zunächst einmal darf ich mein Erstaunen darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie diese Thematik ohne vorherige Rücksprache in Form eines offenen Briefes verarbeiten. Im Rahmen unserer recht guten Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren, verehrter Herr Ring, hatte ich immer den Eindruck, dass wir Themen und ggf. Probleme auf dem kurzen Dienstweg besprechen, ohne Einzelheiten immer gleich öffentlich abzuarbeiten. Ich nehme diese Veränderung des Umgangs aber zur Kenntnis, ebenso wie die Tatsache, dass Sie Ihr Schreiben zwischen den Feiertagen abgesetzt haben – in einer Zeit, in der Büros und Geschäftsstellen eher unbesetzt und selbst Politiker einmal im Urlaub sind. Unser Rundschreiben wurde schon am 7. Dezember aufgegeben.

Ich habe bisher nur telefonisch ( aus dem Urlaub ) auf den Anruf der Braunschweiger Zeitung reagiert, da mir persönlich Ihr offener Brief nicht vorlag und ich die Angelegenheit in aller Ruhe bearbeiten wollte. So möchte ich nun einige Dinge klarstellen.

Sie fragen in Ihrem Schreiben, ob für das Exklusivangebot von socius curandi Anschriften von CDU-Mitgliedern zur Verfügung gestellt worden sind. Diese Frage beantworte ich mit einem klaren Nein, da auch uns datenschutz-rechtliche Bestimmungen durchaus bekannt sind. Wie Sie sicher bemerkt haben, haben wir unserem eigenen Rundschreiben das von socius curandi gestaltete Werbeblatt beigelegt.

Der „Werbeaktion“ des CDU-Kreisverbandes liegt ein Vorstandsbeschluss vom 14./15. Januar  2011 zugrunde. Danach können Mitglieder der CDU und ihrer Vereinigungen unter ganz klar festgelegten und eindeutig formulierten Bedingungen einem Rundschreiben des CDU-Kreisverbandes eine Beilage hinzufügen. Auf diese Weise senken wir unsere Portokosten, halten unsere Beiträge stabil und erhalten unsere Geschäftsstelle aufrecht, damit auch unser Bürgerbüro. Im Gegensatz zu anderen Vereinigungen bekommen wir als CDU-Kreisverband keine öffentlichen Gelder und Zuschüsse, sondern wir müssen uns hauptsächlich aus Beiträgen, Spenden und Einnahmen aus bspw. Veranstaltungen finanzieren. Im Bürgerbüro findet u. a. unsere „Soziale Sprechstunde“ statt, organisiert und durchgeführt von Ehrenamtlichen.

Die CDU ist dem Mittelstand verbunden, daraus haben wir nie einen Hehl gemacht. Vor diesen Hintergrund ist es für uns in keiner Weise anrüchig, dass die der CDU angehörenden Mittelständler unter den von uns ganz klar definierten Bedingungen und Konditionen für sich werben können, wenn diese recht strengen Bedingungen erfüllt sind. Wir werden keinen Mittelständler dafür „bestrafen“, dass er sich ehrenamtlich engagiert.

Sie bezeichnen sich in Ihrem offenen Brief selbst als größten Anbieter ambulanter Dienstleistungen. Ich kenne und schätze diese Arbeit. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass auch die Arbeit der privaten  Anbieter wertvoll ist und mir Arbeitsplätze in diesem Bereich ebenso wichtig sind wie beim DRK. Auch deren Gebührenstruktur ist durchaus kundenfreundlich.

[image=5e1764bd785549ede64ccc8d]Ich finde es ehrlich gesagt mehr als unfair, wenn Sie im letzten Absatz Ihres öffentlichen Briefes von „Kopfprämien“ sprechen. Frau Kühnel als Geschäftsführerin  von socius curandi hat in dem entsprechenden Exklusivangebot für die Vermittlung eines Neukunden einen „Geschenkgutschein“ angeboten. Eine „Kopfprämie“ ist doch wohl etwas anderes!

Abschließend möchte ich folgendes feststellen:

Ich selbst bin seit einigen Jahren Mitglied des DRK, meine Frau engagiert sich ehrenamtlich im Ortsverein Werlaburgdorf. Wir gehören dem DRK aus Überzeugung an, weil wir die Grundidee auch persönlich unterstützen und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten engagieren möchten. Auch wenn uns das eine oder andere im DRK nicht gefällt, wird das sicher so bleiben. Wir haben uns allerdings auch, was das Geschäftsgebaren des „Großunternehmens“ DRK angeht, darauf verständigt, mögliche Probleme direkt und offen und nicht über Medien zu klären. So werden wir es auch in Zukunft halten.

Da ich selbst seit ca. 35 Jahren ehrenamtlich tätig bin, weiß ich um die Bedeutung des Ehrenamtes in unserer Gesellschaft. Wir sollten alle darauf achten, dass wir nicht Menschen wie Frau Kühnel und andere, die sich ehrenamtlich betätigen, gleichzeitig aber eben auch unternehmerisch tätig sind, Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen und erhalten, beschädigen und in ein schlechtes Licht rücken. Damit würden wir sowohl der Idee des Ehrenamtes als auch der Idee des Deutschen Roten Kreuzes und unserer Gesellschaft insgesamt einen Bärendienst erweisen.

Für weitere Fragen und ein klärendes Gespräch stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Oesterhelweg

Hier der Offene Brief im Original: Offener Brief an DRK KV WF

Vorangegangen war ein Offener Brief des DRK: Brief an die CDU

Und hierum geht es, die Werbebotschaft von Martina Kühnel: Kühnel_Werbebrief-1




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