Personalnot beim DRK Sickte - Es fehlt ein Vorstand

Immer weniger Menschen würden sich bereit finden, dauerhaft Verantwortung zu übernehmen.

Scheckübergabe am Rande eines Blutspendetermins in Sickte (von links): Margrit Weigelt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Sickte, Tafel-Leiterin Juliane Liersch, Heike Kanter vom Präsidium des DRK-Kreisverbands sowie Beisitzer Detlev Hager (OV Sickte).
Scheckübergabe am Rande eines Blutspendetermins in Sickte (von links): Margrit Weigelt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Sickte, Tafel-Leiterin Juliane Liersch, Heike Kanter vom Präsidium des DRK-Kreisverbands sowie Beisitzer Detlev Hager (OV Sickte). Foto: DRK

Sickte. Es ist eine schöne Tradition: Seit vielen Jahren spendet der Ortsverein Sickte in der Adventszeit einen vierstelligen Betrag an die Tafel des DRK-Kreisverbandes. Auch diesmal übergaben Margrit Weigelt und Detlev Hager wieder 1.000 Euro an Juliane Liersch und Heike Kanter – doch die Tradition ist in Gefahr. Denn dem Ortsverein gehen die Vorstandsmitglieder aus. Das berichtet das DRK in einer Pressemeldung.



"Wir haben zwar noch mehr als 170 Mitglieder", erzählten Margrit Weigelt (Vorsitzende) und Detlev Hager (Beisitzer). Auch meldeten sich immer wieder Helfer für spontane Aktionen. "Sie springen gerne mal ein, aber immer weniger Menschen finden sich bereit, dauerhaft Verantwortung zu übernehmen." Selbst das bewährte Duo Weigelt/Hager stehe vor dem Abschied. "Ich bin jetzt seit 22 Jahren im Amt, das muss reichen", erklärt die 75-Jährige bestimmt. Und auch der 72 Jahre alte Beisitzer wird sein Amt definitiv abgeben. "Im Februar haben wir Jahresversammlung, dann muss neu gewählt werden."

Unverständliche Personalnot


Solche Personalnot zeichnet sich auf vielen Ebenen der Gesellschaft ab. Für Juliane Liersch, die viele Jahre im Präsidium des Kreisverbandes gearbeitet hat und nun mit viel Engagement ehrenamtlich die DRK-Tafel leitet, eigentlich eine unverständliche Situation: "Immer wieder liest man, dass jetzt die geburtenstarken Jahrgänge in Ruhestand gehen – da sollten sich doch Ehrenamtliche finden lassen, die noch fit genug sind für einen Vorstandsposten."

Dringend nötige Spende


Zunächst jedoch nahmen sie und Heike Kanter vom Kreis-Präsidium die Spende entgegen. "Wir können nur immer wieder betonen, wie dringend nötig wir solche Spenden im Moment haben", betonten beide. Die Tafel im Großen Zimmerhof betreue derzeit allein 600 geflüchtete Familien aus der Ukraine, "und es dürften in diesem Winter bald mehr werden". Darum seien Spenden wie die aus Sickte wichtiger denn je. "Nicht nur als Geldspende an sich, sondern auch als Signal", betonte Juliane Liersch. "Durch solche Initiativen öffnen wir auch anderen Menschen und Institutionen im Landkreis Augen und Ohren."


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