Wolfenbüttel. Das Rätsel um die geheimnisvollen Zahlen im Stadtbild ist gelöst: Nach der 5, der 25 und der 50 wurde nun mit der 55 die letzte Ziffer der Plakataktion in der Wolfenbütteler Innenstadt enthüllt. Der Anlass ist ein besonderer Geburtstag: Die Stadtjugendpflege feiert ihr 55-jähriges Bestehen – und blickt damit auf über fünf Jahrzehnte voller Ideen, Engagement und unzähliger Angebote für die Kinder und Jugendlichen der Stadt zurück. Darauf weist die Stadt in einer Pressemitteilung hin.
Was Anfang der 1970er-Jahre in bescheidenem Rahmen begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einer festen Institution in der Stadtgesellschaft entwickelt. Die Grundlage der Arbeit bildet bis heute das Kinder- und Jugendhilfegesetz gemäß § 11 SGB VIII. Dieses schreibt vor, dass jungen Menschen zwischen sechs und 27 Jahren Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden müssen, die an ihren Interessen anknüpfen, von ihnen mitbestimmt werden und sie zur Selbstbestimmung sowie zur gesellschaftlichen Mitverantwortung befähigen. Genau dieser Leitgedanke prägt die tägliche Arbeit der Stadtjugendpflege (SJP).
Pioniergeist und das Jugendfreizeitzentrum
Eine prägende Persönlichkeit der Gründungsjahre war der frühere Stadtjugendpfleger Albrecht Wagener. Mit großem Herzblut und dem richtigen Gespür für die Bedürfnisse junger Menschen legte er den Grundstein für viele heutige Standards. Besonders eng verbunden ist sein Name mit dem Jugendfreizeitzentrum (JFZ). Seit seiner Eröffnung im Jahr 1976 ist das JFZ für Generationen von Kindern und Jugendlichen ein „zweites Zuhause“ – ein Ort für offene Angebote, Kreativität, Musik und gemeinsame Fahrten.
Wagener initiierte auch den Ferienkalender, der in diesem Jahr ein Jubiläum feiert: Er wird 50 Jahre alt. Seit fünf Jahrzehnten sorgt die Stadtjugendpflege gemeinsam mit Vereinen, Verbänden und Ehrenamtlichen dafür, dass in den Sommerferien keine Langeweile aufkommt. Was einst als gedrucktes Heft begann, hat sich zum digitalen „Freizeitspektakel“ gewandelt, bei dem alle Aktionen bequem online gebucht werden können.
Starke Netzwerke und moderne Impulse
Die Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden gehört seit jeher zu den Kernaufgaben der SJP. Die Stadtjugendpflege berät Jugendgruppen, unterstützt das Ehrenamt bei Zuschussfragen und organisiert Gruppenleiterschulungen (JuLeiCa). Zudem ist der Präventionsrat fest im Aufgabenbereich verankert. Gemeinsam mit Schulen, der Polizei und sozialen Einrichtungen setzt sich die SJP für Gewaltprävention, Suchtvorbeugung und ein respektvolles Miteinander ein.
Heute wird die Stadtjugendpflege von Stephan Fabriczek geleitet, der die Jugendarbeit in Wolfenbüttel gemeinsam mit seinem Team in den vergangenen Jahren maßgeblich modernisiert hat. Unter seiner Führung wurde Raum für zahlreiche neue Projekte geschaffen. Dazu zählen das „Summertime Festival“, das Jugend- und Kulturcafé „Veränder.Bar“, der Medientreff „Add.Lantis“ sowie die dezentrale offene Jugendarbeit in den Ortsteilen (DoJa). Auch die Begleitung des Trashparks und die Unterstützung des Jugendparlaments unterstreichen den Anspruch, am Puls der Zeit zu agieren.
Einladung zum Kennenlernen in der Innenstadt
Trotz des stetigen Wandels ist der Kern der Arbeit über 55 Jahre gleichgeblieben: Die Stadtjugendpflege will jungen Menschen Räume eröffnen, ihnen zuhören und ihnen eine starke Stimme in der Stadt geben. Fast jeder Wolfenbütteler verbindet persönliche Erinnerungen mit den Ferienaktionen, dem JFZ, dem Spielmobil oder den Veranstaltungen der SJP.
Um dieses Jubiläum gemeinsam mit den Bürgern zu feiern, präsentiert sich die Stadtjugendpflege am Samstag, 13. Juni, ab 10 Uhr an verschiedenen Standorten in der Fußgängerzone. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen, das Team kennenzulernen und mehr über die vielfältigen Aufgaben der modernen Jugendarbeit zu erfahren.

