Schausteller erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt – Darum geht es

Das Safari-Freizeitland sagt seinen Besuch in der Lessingstadt kurzfristig ab. Ob der dafür Schuldige im Rathaus sitzt, prüft derzeit das Justiziariat.

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Die "Hundewiese" am Exer gehört einer Privatperson. Die Schaustellerfamilie Frank darf dieses Jahr dort nicht ihre Geschäfte aufbauen (Archivbild).
Die "Hundewiese" am Exer gehört einer Privatperson. Die Schaustellerfamilie Frank darf dieses Jahr dort nicht ihre Geschäfte aufbauen (Archivbild). | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Es sind heftige Vorwürfe, die Gino Frank gegen die Stadt Wolfenbüttel erhebt. Der Schausteller war mit seinem "Safari Freizeitland" in den vergangenen Jahren mehrmals auf der Hundewiese am Exer vertreten. Dieses Jahr sagt er den, zuvor für den kommenden Juli angekündigten, Aufenthalt in der Lessingstadt aber kurzfristig ab. Die Schuld dafür sieht er im Rathaus.



In einem offenen Brief, der an die Stadtverwaltung und die Pressevertreter der Region ging, erklärt Frank, die Stadt würde ihm und seiner Schaustellerfamilie gezielt Steine in den Weg legen. Dort ist auch von einer "systematischen Blockade" die Rede. Explizit behauptet Frank, der auch die Safari-Reitbahn betreibt, die Stadt würde Druck auf private Verpächter ausüben, damit diese der Schaustellerfamilie keine Flächen in Wolfenbüttel zur Verfügung stellen. Ein Aufenthalt seines Freizeitparks auf städtischen Flächen sei zudem im Rathaus intern ohnehin bereits allgemein untersagt.

Safari-Freizeitland darf nicht auf die Turnierwiese in Wolfenbüttel


Zum letzten Punkt erklärt Thorsten Raedlein, Pressesprecher der Stadt Wolfenbüttel, auf Nachfrage von regionalHeute.de, dass tatsächlich noch der ehemalige Bürgermeister Thomas Pink es untersagt hatte, die Turnierwiese am Harztorwall für das Angebot der Familie Frank zur Verfügung zu stellen. Dort dürfen die Schausteller ihre Zelte nicht mehr aufbauen. Der Grund: Die Rasenfläche sei durch den Zirkusbetrieb damals stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Fläche ist ein Landschaftsdenkmal und steht unter besonderem Schutz“, erklärt Raedlein dazu. Das sei der Hauptgrund für die Entscheidung gewesen.

Zum wohl noch schwerer wiegenden Vorwurf: Frank behauptet, eine feste mündliche Zusage eines privaten Verpächters gehabt zu haben. Dieser habe ihm die Fläche am Exer-Gelände, die als Hundewiese bekannt ist, dieses Jahr erneut zur Verfügung stellen wollen – wie schon in den Jahren zuvor. "Aufgrund des enormen Drucks der Stadt", so Frank, könne dieser Verpächter das Gelände kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stellen.

Der Verpächter, dessen Name der Redaktion bekannt ist, sagte auf Anfrage von regionalHeute.de nur, er wolle dazu "keine Aussage" abgeben. Ob er also Druck erhalten habe oder ob es andere Gründe gibt, warum die Familie Frank diesen Sommer ihre Fahrgeschäfte nicht auf der Wiese aufbauen darf, lässt sich vorerst nicht ermitteln.

Gino Frank erklärt gegenüber regionalHeute.de, dass er in einem Telefonat mit dem Liegenschaftsamt der Stadt davon erfahren habe, dass die Verwaltung Druck auf private Verpächter ausübe. Auf dem Facebook-Kanal des Safari-Freizeitlandes heißt es jetzt zudem: "Uns wurde mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung Einfluss auf die Eigentümer ausübt, um unseren Besuch zu verhindern. Dies geschieht offenbar aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können und aus reinster Willkür." Für Frank sei dies "systematische Schikane" seitens der Verwaltung. In seinem offenen Brief spricht er davon, eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzulegen.

Die Sache wird Konsequenzen haben


Das wird Konsequenzen haben, erklärt Stadtsprecher Raedlein. Derzeit arbeite die Stadt das Thema intern auf. Das Justiziariat sei an der Sache dran. Der Sachverhalt werde geprüft. Konsequenzen könnte eine solche Dienstaufsichtsbeschwerde allerdings in beide Richtungen haben – entweder für Mitarbeiter der Verwaltung oder für den Beschwerdeführer Frank wegen eventuell falscher Beschuldigungen.

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