Solaranlagen sollen im Bebauungsplan künftig vorgeschrieben werden

Wird ein Bebauungsplan für ein Bauvorhaben aufgestellt, dann soll die Nutzung der Dachflächen für die Energiegewinnung festgeschrieben werden.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Pixabay

Wolfenbüttel. Wer künftig in Wolfenbüttel baut, der soll seine Dachflächen für Photovoltaikanlagen nutzen oder anderen, wie beispielsweise den Stadtwerken, zur Verfügung stellen. Das sieht ein Antrag der Stadtratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen vor, der vom Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt am Dienstagabend einstimmig empfohlen wurde.



Wird ein Bebauungsplan für ein Bauvorhaben aufgestellt, dann soll durch Festsetzung im B-Plan, und/oder im städtebaulichen Vertrag die Nutzung der Dachflächen für die Energiegewinnung festgeschrieben werden. Zudem sollten Gebäude dann so ausgerichtet werden, dass eine Nutzung mit Photovoltaikanlagen gut möglich ist. Rechtlich ist dies möglich, gab Bürgermeister Ivica Lukanic zu Protokoll.

In begründeten Ausnahmefällen, soll laut Antrag von der Nutzung der Dachflächen für Photovoltaik abgesehen werden können. In diesen Fällen solle dann jedoch eine Begrünung der Dächer angestrebt werden.


Stadt hat keine Ressourcen


Dem Ansinnen der Grünen, dass die Stadtverwaltung auch aktiv an Eigentümer großer und nutzbarer Dachflächen herantritt und zu einer möglichen Nutzung der Flächen berät, verpasste Lukanic jedoch einen Dämpfer. Die Verwaltung habe nicht die Ressourcen, diese Ansprachen durchzuführen. Die Stadt habe noch nicht einmal die Möglichkeit, auf den eigenen Liegenschaften für Photovoltaikanlagen zu planen. "Sie werden demnächst einen Stellenplan und einen Haushalt bekommen, der außer Rand und Band ist, und dann dürfen Sie sehr gerne diskutieren, wo Sie Prioritäten setzen", sagte Lukanic.

Leonhard Pröttel hat den Antrag für die Grünen gestellt.
Leonhard Pröttel hat den Antrag für die Grünen gestellt. Foto: Thomas Stoedter


Leonhard Pröttel (Grüne) plädierte dafür, den Punkt dennoch mitzubeschließen. "Wenn wir dauerhaft dafür sorgen wollen, dass wir noch zu vernünftigen Preisen Energie an unsere Bürger liefern können, werden wir selber mehr Energie produzieren müssen", so der Grüne, der für diese Aufgabe eine Viertel-Stelle bei der Stadtverwaltung sieht. "Es sind ja nicht viele Dächer. Auf mittlere Sicht wird es sich für uns als Stadtgesellschaft lohnen", meint Pröttel. Und so wurde auch dieser Punkt einstimmig vom Ausschuss mit aufgenommen.

Dieser Antrag wird nun noch öffentlich am Freitag im Wirtschafts- und Finanzausschuss sowie dann final am kommenden Mittwoch im Rat der Stadt Wolfenbüttel behandelt.


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