Region bei psychiatrischen Zwangseinweisungen weit vorn

Die Region fällt bei unfreiwilligen psychiatrischen Einweisungen im Landesvergleich deutlich auf. Sechs der zehn Kommunen mit den höchsten Quoten liegen hier. Besonders stark gestiegen ist die Rate im Landkreis Wolfenbüttel.

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Symbolfoto | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Region. Bei den unfreiwilligen psychiatrischen Einweisungen gehört die Region zu den auffälligsten Regionen Niedersachsens. Fast alle Städte und Landkreise liegen im landesweiten Vergleich weit oben in der Statistik.



Die Zahlen aus dem aktuellen Niedersächsischen Landespsychiatriebericht zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen. Insgesamt wurden 45 Landkreise, kreisfreie Städte und die Region Hannover miteinander verglichen. Sechs der zehn Kommunen mit den höchsten Einweisungsquoten in Niedersachsen liegen in der Region Braunschweig. Sieben der acht Städte und Landkreise der Region finden sich zudem unter den 20 Kommunen mit den höchsten Werten.

Was die Statistik erfasst


Bei den erfassten Fällen handelt es sich um Menschen, die wegen einer akuten psychischen Krise gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurden. Eine solche Zwangseinweisung kommt infrage, wenn eine erhebliche Gefahr für die betroffene Person selbst oder für andere besteht. Die Zahlen basieren auf Meldungen der 27 (26 in 2024) niedersächsischen psychiatrischen Kliniken und Abteilungen für Erwachsenenpsychiatrie, die an der Pflichtversorgung teilnehmen. Für die Statistik wird der Wohnort der betroffenen Personen herangezogen. Die Einweisungen werden damit den jeweiligen Landkreisen und Städten zugeordnet, in denen die Betroffenen leben.

Wolfenbüttel mit höchster Quote der Region


An der Spitze der Region steht 2024 der Landkreis Wolfenbüttel. Dort gab es 187,2 unfreiwillige psychiatrische Einweisungen je 100.000 Einwohner. Im Vorjahr waren es 130,3. Damit lag Wolfenbüttel 2024 im niedersächsischen Vergleich auf Rang 2, nachdem der Landkreis 2023 noch Rang 10 belegt hatte. Nur Wilhelmshaven weist mit 279,4 Fällen je 100.000 Einwohner eine höhere Quote auf.

Helmstedt weiter auf Platz drei im Landesvergleich


Knapp dahinter folgt der Landkreis Helmstedt mit 184,5 Einweisungen je 100.000 Einwohner. Im Vorjahr waren es 199,0 Fälle. Helmstedt lag damit 2023 wie 2024 auf Rang 3 im Landesvergleich und weist nach Wolfenbüttel die zweithöchste Quote der Region auf.

Einweisungsquote in Salzgitter deutlich gestiegen


Auf Rang 3 der Region folgt die Stadt Salzgitter. Dort wurden 177,1 Einweisungen je 100.000 Einwohner registriert. Im Vorjahr lag die Quote bei 150,2. Damit liegt Salzgitter 2024 auf Rang 4 der niedersächsischen Statistik, nach Rang 6 im Jahr 2023.

Hohe Einweisungsquote auch in Wolfsburg


Den vierten Platz in der Region belegt Wolfsburg mit 167,4 Einweisungen je 100.000 Einwohner. Auch hier stieg die Quote gegenüber dem Vorjahr von 141,3 auf 167,4. Wolfsburg liegt damit 2024 auf Rang 6 im Landesvergleich, nach Rang 7 im Vorjahr.

Braunschweig ebenfalls weit oben im Landesvergleich


Es folgt die Stadt Braunschweig mit 153,5 Fällen je 100.000 Einwohner. 2023 waren es noch 135,0. Damit liegt Braunschweig 2024 auf Rang 7 der niedersächsischen Statistik, nach Rang 9 im Vorjahr.

Kaum Veränderung gegenüber dem Vorjahr im Kreis Goslar


Auf Rang 6 der Region liegt der Landkreis Goslar. Dort blieb die Quote nahezu stabil: Auf 100.000 Einwohner kamen 2024 rechnerisch 141,3 Einweisungen, nach 138,1 im Vorjahr. Goslar liegt damit 2024 auf Rang 9 im Landesvergleich, nach Rang 8 im Vorjahr.

Deutlicher Anstieg im Landesvergleich in Peine


Deutlich dahinter folgt der Landkreis Peine mit 117,1 Einweisungen je 100.000 Einwohner. Gegenüber 2023 ist das ein Anstieg von 94,3 auf 117,1 Fälle. Im Landesvergleich lag Peine 2024 auf Rang 15, nachdem der Landkreis 2023 noch Rang 21 belegt hatte.

Gifhorn mit niedrigster Quote der Region


Den niedrigsten Wert innerhalb der Region weist der Landkreis Gifhorn auf. Dort sank die Quote von 96,0 auf 76,9 Einweisungen je 100.000 Einwohner. Im Landesvergleich lag Gifhorn damit 2024 auf Rang 31, nach Rang 20 im Vorjahr.

Unterschiede haben mehrere Gründe


Aus den Zahlen lässt sich allerdings nicht unmittelbar ableiten, dass in bestimmten Regionen mehr Menschen psychisch erkranken als anderswo. Hohe Einweisungsquoten können laut Bericht auch mit den örtlichen Versorgungsstrukturen zusammenhängen. Eine Rolle spielt beispielsweise, wie gut ambulante Hilfen und der Sozialpsychiatrische Dienst Menschen in Krisensituationen erreichen und eine Eskalation verhindern können. Hinzu kommen unterschiedliche Vorgehensweisen und Entscheidungskulturen bei Behörden und Amtsgerichten.