Wolfenbüttel. Der „Tag der Begegnung“ hat in Wolfenbüttel eine lange Tradition und habe auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für ein lebendiges Miteinander gesetzt. Am vergangenen Freitag verwandelte sich der Stadtmarkt in eine bunte Meile des Austauschs. Die Mitglieder des Arbeitskreises Migration stellten das vielfältige kulturelle Leben und die zahlreichen Begegnungsangebote der Stadt gemeinsam vor, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Die stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith erinnerte zur Begrüßung in ihrer Rede zum Tag der Begegnung an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die schwierige Integration von Geflüchteten nach 1945. Am Beispiel der Obstbausiedlung in Evessen zeigte sie auf, wie Perspektiven, Planung und gemeinsames Engagement Integration gelingen lassen können, und betonte: „Frieden beginnt damit, dass ich den Menschen eine Perspektive biete.“
Vielfalt, Austausch und gemeinschaftliches Engagement
Bürgermeister Ivica Lukanic hob die Bedeutung von Begegnung, Offenheit und gegenseitigem Respekt für das Zusammenleben in Wolfenbüttel hervor. Der inzwischen zum 22. Mal veranstaltete Tag der Begegnung zeige, wie Vielfalt, Austausch und gemeinschaftliches Engagement das gesellschaftliche Miteinander stärken und Frieden im Alltag entstehen lassen.

Stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith (rechts) und Bürgermeister Ivica Lukanic mit den Moderatorinnen Lucie Yapi und Sümeyra Tayyar. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Neben etablierten Institutionen wie der Stadt und dem Landkreis Wolfenbüttel, der Diakonie, der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz und der AWO (SALAWO) beteiligten sich zahlreiche weitere Akteure. Mit dabei waren unter anderem Amnesty International, das Willkommenscafé im Roncalli-Haus, die Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel sowie das städtische Seniorenservicebüro. Auch die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Wolfenbüttel war vor Ort und informierte über ihre Umzugspläne für die neue Moschee.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Präsentation von Migranten-Selbstorganisationen. So stellten eine kurdische Initiative, ein türkischer Verein, das Migranten-Elternnetzwerk (MEN) sowie eine Initiative von Aramäerinnen und Assyrerinnen aus Syrien ihre Arbeit vor. Das Jugendparlament der Stadt Wolfenbüttel und der Verein Kulturwunsch komplettieren das breite Spektrum an Informationsständen.
Ein abwechslungsreiches Programm für alle Generationen
Das Bühnenprogramm bot ein hochkarätiges kulturelles Programm. Auftritte der Wilhelm-Busch-Grundschule, der „Seelenschaukel-Kinder“ sowie kurdischer und türkischer Tanzgruppen sorgen für Bewegung. Musikalisch wurde der Nachmittag zudem durch die Gruppe „Femmes fortes d'Afrique“, die Band „BalFolk“, das Duo Marisa, die ukrainische Sängerin Amina und die Musikschulband unter der Leitung von Maria Grigoriadis gestaltet. Durch das Programm führten wieder Sümeyra Tayyar und Lucie Yapi.
An den Ständen luden kreative Mitmach-Aktionen zum Verweilen ein: Von orientalischer Ebru-Malerei auf Wasser über Kalligrafie bis hin zu Kinderschminken und dem Bemalen von Taschen war für jedes Alter etwas dabei. Passend zum Veranstaltungsmotto „Frieden beginnt…“ präsentierten alle Gruppen individuell gestaltete Plakate, die zeigten, was Frieden für sie bedeutet.
Kulinarik und Dialog

Im Café-Pavillon bot das Willkommenscafé des Roncalli-Hauses Kaffee und Kuchen. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Für das leibliche Wohl sorgten verschiedene Migranten-Selbstinitiativen mit landestypischen herzhaften Spezialitäten. Im Café-Pavillon bot das Willkommenscafé des Roncalli-Hauses zudem Tee, Kaffee, Kaltgetränke und hausgebackene Kuchen an. Spezielle „Begegnungstische“ boten den idealen Rahmen, um in ungezwungener Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

