Trotz Rechnungshammer: Dieser Dorfverein ist (vorerst) gerettet

Das Zehnfache vom üblichen Betrag sollte der Sportverein den Stadtwerken hinblättern. So entging der Verein dem finanziellen Ruin.

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Sie sind erstmal eine große Sorge los: die Vorstandsmitglieder des SV Wendessen, Marcel Döring (li.) und Hendrik Weber.
Sie sind erstmal eine große Sorge los: die Vorstandsmitglieder des SV Wendessen, Marcel Döring (li.) und Hendrik Weber. | Foto: Bastian Lüpke

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Wolfenbüttel. Seit bald 80 Jahren existiert der SV Wendessen und hat sich als eine Vorzeigeadresse für den Sport am Wolfenbütteler Stadtrand etabliert – unter anderem mit dem Aushängeschild des Vereins: der erfolgreichen Mannschaft in der Fußball-Oberliga der Frauen. Jetzt stand der Klub für einige Wochen aber ganz nahe am Abgrund. Eine Wasserrechnung hätte den SVW beinahe in den finanziellen Ruin getrieben.



Wie regionalHeute.de berichtete, hatte der Verein eine Rechnung der Stadtwerke über 10.000 Euro erhalten. Mit solchen Dimensionen hatte man an der Leipziger Allee noch nicht zu tun. Es sei etwa das Zehnfache des üblichen Betrags gewesen. "Die Höhe der Rechnung ist nicht zu erklären", ordnete Vorstandsmitglied Marcel Döring im Gespräch mit regionalHeute.de ein.

Ein Leck ist wohl nicht die Ursache


Zunächst hatten Verantwortliche vermutet, es könne ein Leck geben – irgendwo zwischen dem Sportheim und dem Wasserzähler. "Das können wir inzwischen ausschließen“, erklärt Döring, denn: Die Hammer-Rechnung war für das Jahr 2024, inzwischen sei auch die Rechnung für das Jahr 2025 beim Verein eingegangen – und die belaufe sich wieder auf normalem Niveau, weit unter den 10.000 Euro.

Der hohe Wasserverbrauch war also bisher eine einmalige Sache, für die es weiterhin keine Erklärung gebe. "Wir setzen alles daran, den Fehler zu finden – auch in Zusammenarbeit mit der Stadt", betont Döring. Eine weitere mögliche Ursache könnte ein Tausch des Zählers sein, der 2024 stattgefunden hat, vermutet der 2. Vorsitzende des Vereins.

Spenden retten den Verein


Der Grund für die hohe Rechnung ist also noch nicht enträtselt. Für die Forderungen der Stadtwerke an den Verein spielte es aber keine Rolle. Der SVW musste jetzt zahlen. Das Geld gab die Vereinskasse allerdings nicht her. Der Verein startete daher eine Spendenkampagne auf dem Online-Portal gofund.me. Das dort anvisierte Spendenziel von 9000 Euro hat der SVW nur knapp verfehlt. In den vergangenen vier Wochen sammelte der Verein darüber aber stolze 7035 Euro ein.

"Das ist ein großer Erfolg. Wir sind sehr dankbar. Es haben auch viele Menschen gespendet, die gar nicht unserem Verein angehören", freut sich Döring. Schließlich hätten auch noch weitere Menschen gespendet – auf herkömmlichem Weg. Somit sei genug Geld zusammengekommen, um die außergewöhnliche Rechnung zu begleichen. Der Verein ist also gerettet. Die Ursachenforschung für den hohen Wasserverbrauch geht aber weiter.