Verstörendes Bild: Fisch-Massengräber mitten in Schladen

Verantwortlich für das Trockenfallen des Flusses seien neben dem trockenen Sommer auch laufende Bauarbeiten, die derartige Vorfälle in Zukunft verhindern sollen.

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"Ich habe gerade auf der Fischerstrasse etwa 3 Massengräber mit kleinen Fischen gesehen. Diese haben wohl versucht in den letzten Wasserpfützen zu überleben und sind dann dort jämmerlich verreckt", schrieb der Leser, der uns diese Fotos von der Situation am Weddebach zukommen ließ. Foto: Ingo Rother
"Ich habe gerade auf der Fischerstrasse etwa 3 Massengräber mit kleinen Fischen gesehen. Diese haben wohl versucht in den letzten Wasserpfützen zu überleben und sind dann dort jämmerlich verreckt", schrieb der Leser, der uns diese Fotos von der Situation am Weddebach zukommen ließ. Foto: Ingo Rother

Schladen. Zutiefst betroffen wendete sich ein Anwohner Schladens mit seinem Anliegen an regionalHeute.de. Mindestens drei Senken mit unzähligen Fischleichen bieten in der Fischerstraße ein Bild des Grauens - der Weddebach, der parallel zur Straße läuft, führt aktuell kein Wasser mehr. Grund dafür sei nach Auskunft des Landkreises Wolfenbüttel eine Baumaßnahme zur ökologischen Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz. Der Landkreis Wolfenbüttel beziffert als Ursache dieses ungeplanten Trockenlaufens des Weddebaches auch den trockenen Sommer.


Der Wasserverband Peine, welcher durch die Gemeinde Schladen-Werla mit den Bauarbeiten beauftragt wurde, bedauert auf Anfrage von regionalHeute.de den Vorfall. Verantwortlich zu machen sei die trockene Witterung dieses Jahres. Man habe alle durch die untere Naturschutzbehörde,die unteren Wasserschutzbehörde und den Landkreis Wolfenbüttel auferlegten Bauvorschriften eingehalten. Der Wasserverband Peine erklärt:
"Die mit den Behörden abgestimmte Maßnahmen, etwa eine Befischung, sind erfolgt. Bei der Befischung im Planungsraum der Baumaßnahme, die am 27. und 28. November stattgefunden hat, wurden mehrere Fischarten umgesiedelt, darunter Bachneunaugen, Groppen und Aale."

Größere Fische seien schon wesentlich früher mit der Strömungsrichtung davon geschwommen. Durch die Baumaßnahme soll die Wedde ein neues Bachbett südlich von Schladen erhalten und in die Oker abfließen. Das Bachbett im Ort bleibe bestehen und wird nach Fertigstellung des neuen Wasserlaufs durch eine Rohrleitung mit Wasser versorgt. Für die Baumaßnahme wurde das Wasser des Weddebaches umgeleitet. Nach Auskunft des Landkreises Wolfenbüttel wird der Bach daher nur durch den Ahlerbeek mit Wasser versorgt - und nicht wie sonst auch durch den Hauptgraben.

Hochwasser- und Naturschutz sind das Ziel


Als erste Maßnahme habe der Wasserverband nun eine Pumpe eingesetzt, um den Weddebach wieder ausreichend mit Wasser zu versorgen. "Diese Maßnahme hat auch schon gewirkt", berichtet der Wasserverband. "Zuvor wurde bereits der Wasserzufluss durch den Ahlerbeek verbessert, der aber aufgrund der sommerlichen Trockenheit zu wenig Wasser führt", ergänzt der Landkreis Wolfenbüttel. In Zukunft soll der Weddebach im Ort kontrolliert Wasser erhalten - damit nie zu viel oder zu wenig Wasser durch Schladen strömt. Eigentlich, so der Wasserverband, soll der hiesigen Fauna ja mit dem Umbau geholfen werden:
"Mit der naturnahen Umgestaltung des Weddebachs werden gleich mehrere Ziele verfolgt: Die natürliche Flussentwicklung wird mit gestalterischen Maßnahmen im Bachbett unterstützt, zudem die Durchgängigkeit zwischen Weddebach und Oker hergestellt die Auen-Anbindung mit entsprechenden Feuchträumen geschaffen. Das kommt der aquatischen Lebenswelt sowie dem Hochwasserschutz von Schladen zugute."

Der neue Gewässerverlauf sei zwischenzeitlich hergestellt, die neue Trockenwetterrinne befinde sich im Bau. Mittels dieser Trockenwetterrinne werde dem innerörtlichen Altverlauf des Weddebachs künftig bei Bedarf kontrolliert Wasser zugeführt. Nach der Weihnachtspause werden im Januar dann die Zu- und Ablaufbereiche hergestellt. Der Landkreis gehe davon aus, dass sich die Bestände schnell wieder erholen.




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