Wenigstens Kühe freuten sich über diesen “Sommer” – Milchbauern müssen Produktion drosseln


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Mit Blick auf die Quotenregelung werden Deutschlands Milchbauern ihre Anlieferungsmenge in den kommenden Monaten drosseln müssen. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen verweist auf die Quotenbilanz, wonach in den ersten vier Monaten des laufenden Garantiemengenjahres (1.4. bis 31.10.) die anteilige Quote um 0,6 Prozent überliefert wurde.

Die Milcherzeuger haben bundesweit etwa 2,3 Prozent mehr Milch an die Molkereien geliefert als im Vorjahr, nach der Quotenregelung war eine Erhöhung um 1,7 Prozent möglich. Dies belegen Daten der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) und der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB). Danach wurden deutschlandweit in den Monaten April bis Juli 10.292 t Milch an die Molkereien geliefert, die anteilige Quote in Höhe von 10.235 t wird damit zu 100,6 Prozent ausgenutzt. Um Strafzahlungen an die EU-Kasse zu vermeiden, müssen die Milchviehhalter die Erzeugung daher nun bremsen. Gründe für die höhere Anlieferungsmenge sind auch in der kühlen Sommerwitterung zu sehen, den Kühen behagen solche Temperaturen deutlich besser als Hitze. So reagierten sie auf die hohen Temperaturen im Juli 2010 mit deutlichen Leistungsminderungen, die sich dann auch in der Anlieferungsbilanz niedergeschlagen haben. Niedersachsens Milcherzeuger sind an der deutschen Milchproduktion mit knapp einem Fünftel beteiligt.

Trotz der höheren Erzeugung sehen die Auszahlungspreise für die Landwirte recht erfreulich aus, sie lagen für Niedersachsen im Juni mit knapp 35 Cent je Kilogramm Milch mit 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß bei Abholung ab Hof, im gleichen Vorjahreszeitraum wurden knapp fünf Cent je Kilogramm weniger ausgezahlt. Allerdings haben die Landwirte über höhere Preise für Energie, Kraftfutter und andere Betriebsmittel auch höhere Produktionskosten. Die höhere Erzeugung trifft auf eine größere Nachfrage, die insbesondere vom Export Impulse erhält. Niedersachsens Milch- und Molkereiwirtschaft profitiert weiter von der steigenden Käsenachfrage und hat die Kapazitäten daher ausgedehnt.


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