"Wolfenbüttel ist bunt": Tag der Begegnung zelebriert

Schon längst seien Kategorien wie einheimisch und fremd überholt, so der Bürgermeister.

V. l.: Bürgermeister Ivica Lukanic, Petra Behrens-Schröter, Geschäftsführerin Diakonie Wolfenbüttel im Braunschweiger Land, Berit Sutorius, Geschäftsführerin Caritas Wolfenbüttel und Natalie Weidner, SALAWO Bürgertreff, AWO Wolfenbüttel, eröffneten den Tag der Begegnung.
V. l.: Bürgermeister Ivica Lukanic, Petra Behrens-Schröter, Geschäftsführerin Diakonie Wolfenbüttel im Braunschweiger Land, Berit Sutorius, Geschäftsführerin Caritas Wolfenbüttel und Natalie Weidner, SALAWO Bürgertreff, AWO Wolfenbüttel, eröffneten den Tag der Begegnung. Foto: Stadt Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Nach zwei Jahren ohne einen Tag der Begegnung war es nun wieder so weit. Am heutigen Samstag fand der Tag der Begegnung unter dem Motto "Wolfenbüttel ist bunt" wieder vor dem Bankhaus Seeliger statt. Das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung. Die Diakonie Wolfenbüttel im Braunschweiger Land, die Caritas Wolfenbüttel, der SALAWO Bürgertreff der AWO und die Ortsgruppe von Amnesty International sowie Mitarbeiter der Stabsstelle für Integration der Stadt stellten an Infoständen in der Fußgängerzone ihre Arbeit vor.


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Schirmherr Bürgermeister Ivica Lukanic freute sich, den Tag der Begegnung erstmals eröffnen zu können. "Wolfenbüttel ist eine weltoffene Stadt, mit Lessing die Wiege der Aufklärung und hat deshalb zwar die Pflicht, aber vor allen Dingen die Freude den Tag der Begegnung auszurichten. Mit dem Tag der Begegnung zeigen wir, dass es sich in der Vielfalt unserer Gesellschaft gut miteinander leben lässt", betonte der Bürgermeister.

Deutsche Geschichte sei heute eine Geschichte der Migration


Schon längst seien Kategorien wie einheimisch und fremd überholt, so der Bürgermeister. Die Deutsche Geschichte sei heute eine Geschichte der Migration. Nach Ende des Krieges hätten sich zehn bis zwölf Millionen Flüchtlinge in Deutschland befunden, überwiegend Überlebende der Konzentrationslager und Kriegsgefangene. Rund 14 Millionen Menschen seien vor der anrückenden Roten Armee geflohen und hätten sich im Wesentlichen auf die sowjetische, amerikanische und britische Besatzungszone verteilt. Die Siedlergemeinschaften in Wolfenbüttel seien in dieser Zeit entstanden.

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Mit den Anwerbeabkommen in den 50er und 60er Jahren sei der Anteil der Gastarbeiter bis zum Anwerbestopp 1973 auf rund 2,6 Millionen gewachsen. Es habe Migration anlässlich der Auswirkungen des Kalten Krieges gegeben; Ende der 80er, Anfang der 90er seien rund 3,6 Millionen Menschen als Flüchtlinge, Arbeitskräfte, Spätaussiedler, Geschäftsleute, Wissenschaftler und Studenten in das wiedervereinigte Deutschland gekommen. Und schließlich die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien, der Syrienkrieg und jetzt die Ukrainer.


"20 Millionen Menschen in Deutschland haben Migrationshintergrund und kaum eine Familiengeschichte darüber hinaus kommt ohne Migrationsgeschichte aus. Der Tag der Begegnung widmet sich also unserer eigenen Vielfalt, der Herkunft, der Kulturen, der Glaubensrichtungen. Die Arbeit des Arbeitskreises für Migration in der Stadt Wolfenbüttel zeigt, dass gelebte Vielfalt in Wolfenbüttel vorhanden ist, aber auch Engagement und Einsatz erfordert", betonte Lukanic. Vielfalt als Ausdruck einer aufgeklärten, freiheitlichen Gesellschaft müsse auch manchmal verteidigt werden. Deshalb sei er für die Ehrenamtlichen in Wolfenbüttel dankbar.

"Integration hängt von uns selbst ab"


"Gegenseitige Verständigung und Verständnis bedeuten harte Arbeit, die hier in Wolfenbüttel hervorragend geleistet wird. Sie sind der Eckpfeiler einer gelungenen Integration, genauso wie die innere Bereitschaft, voneinander zu lernen und Teil unserer Stadtgesellschaft zu werden. Integration geht uns daher nicht nur alle an, sondern hängt von uns selbst ab", so der Schirmherr.


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