Wolfenbütteler Innenstadt könnte Wärmenetz bekommen

Es gibt die Idee, eine zentrale klimaneutrale Wärmeversorgung in Wolfenbüttel zu schaffen.

von Werner Heise


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Robert Braumann

Wolfenbüttel. Die Stadtverwaltung stellt im Rahmen ihrer Klimaschutzbemühungen Überlegungen an, Teile der Wolfenbütteler Innenstadt mit einem klimaneutralen Wärmenetz zu versorgen. Zunächst war nur der Stadtmarkt im Gespräch, jetzt werden die Planungen ausgeweitet.


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Gerade in der historischen Altstadt gibt es zahlreiche alte Gebäude, bei denen solare Strahlungsenergie nicht genutzt werden könne und Wärmepumpen aufgrund von Lärm- und Platzrestriktionen keine echte Alternative bieten, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Daher wolle man bei Straßensanierungen in Quartieren mit denkmalgeschützten Gebäuden Wärmenetze prüfen. Hierfür wolle man als ersten Ansatzpunkt die Sanierung des Stadtmarktes sowie die daran angrenzenden Bereiche betrachten.

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Wärmenetz in der Fußgängerzone?


Im Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt am gestrigen Dienstag unterbreiteten die Grünen den Vorschlag, bei der ab dem kommenden Jahr anstehenden Sanierung der Fußgängerzone auch gleich die Idee des Wärmenetzes mit umzusetzen. Der Untergrund werde ja nun einmal geöffnet, sodass sich die Chance dafür bieten würde, argumentierte Stefan Brix (Bündnis90/Die Grünen).

Seitens der Verwaltung zeigte man sich jedoch eher skeptisch. Aufgrund zeitlich gebundener Fördergelder, die für die Sanierung der Fußgängerzone zur Verfügung gestellt und eingeplant wurden, stehe man bei der Ausführung unter Zeitdruck, sodass es nicht zu Verzögerungen kommen dürfe. Dr. Philipp Knöfler, Amtsleiter für Hochbau und Versorgungstechnik, wies zudem auf die hohen Kosten hin, die zusätzlich entstehen würden. Die grobe Schätzung liege bei einer halben bis eine Million Euro. Zudem sei es dann vermutlich auch zwingend notwendig, gleich jedes Haus mit einem Anschluss zu versehen.

Ein Wärmenetz kann, das wird aus der Verwaltungsvorlage deutlich, nicht mal eben so aus dem Boden gestampft werden. "Bei dieser Maßnahme ist ein geeigneter Netzbetreiber zu finden und die Finanzierung der Umsetzung zu klären. Diese Maßnahmen im Bestand setzen eine hohe Teilnahmebereitschaft der Anlieger voraus, die von den wirtschaftlichen Möglichkeiten und Perspektiven abhängig sind", heißt es dort. Als Netzbetreiber könnten die Stadtwerke Wolfenbüttel infrage kommen, für die sich damit ein neues Geschäftsfeld erschließen ließe.


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